Shanghai - Wenn es nach dem Fußball-Weltverband (FIFA) geht, wird die 5. Frauen-WM in China ein Turnier der Superlative.
Die Weltmeisterschaft wird ein wahres Fußball-Fest. Wir glauben, dass wir damit den Höhepunkt erreichen können, sagte der Vorsitzende des FIFA-Frauenfußball-Ausschusses, Worawi Makudi (Thailand), bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der WM in Shanghai.
Die 32 Spiele werden in mehr als 200 Ländern der Welt im Fernsehen übertragen, darunter Vanuatu und Amerikanisch-Samoa, Burundi und Ghana. In China und den USA werden bis zu vier TV-Stationen Bilder senden. ARD und ZDF übertragen die Spiele mit deutscher Beteiligung im Wechsel, auch Eurosport ist live am Ball. Über 900 Journalisten, darunter 550 Chinesen, sind akkreditiert.
In Sachen Berichterstattung setzen wir neue Maßstäbe. Das ist ein eindrucksvoller Beleg für die Fortschritte der letzten Jahre, insbesondere was das Spielniveau anbelangt, betone Makudi. Im Vergleich: Die WM 1999 in den USA wurde in 67 Länder übertragen. 2003 ebenfalls in Amerika waren es schon 144 Nationen, fast 3000 Stunden Sendezeit und etwa 526 Millionen Fernsehzuschauer weltweit.
Die Vorsitzende des chinesischen WM-Organisationskomitees (LOC), Lily Xue, ist nach zwei Jahren Vorbereitung überzeugt vom Erfolg des zweiten Turniers in China nach der Frauenfußball-WM-Premiere 1991. Wir sind bereit. Alle 16 Teams sind an ihren Austragungsorten. Die WM kann beginnen, sagte sie. Für China sei die Organisation eine große Herausforderung und auch ein Testlauf für die Olympischen Spiele in Peking 2008, was den Verkehr, die Sicherheit oder die Koordination der TV-Übertragungen angehe. Diese WM zu organisieren kann sogar eine größere Herausforderung sein als Olympia.
Ob die WM auch als Zuschauermagnet in den Stadien taugt, bleibt abzuwarten. Für das Eröffnungsspiel zwischen Deutschland und Argentinien am 10. September im 34 000 Zuschauer fassenden Hongkou-Stadion sind 80 Prozent der Karten vergriffen. Lily Xue glaubt, dass im Schnitt 25 000 bis 30 000 Fans zu den Spielen kommen. Da der Vorverkauf recht schleppend verlief, ist damit zu rechnen, dass beispielsweise Schüler abkommandiert werden, um die Ränge zu füllen. Wir führen Gespräche mit Schulen, Universitäten und Verbänden, verriet Lily Xue.
Für Sun Wen, ehemalige Top-Stürmerin Chinas und FIFA-Jahrhundertspielerin, geht es vor allem darum, die Entwicklung des Frauenfußballs in ihrer Heimat und in Entwicklungsländern voran zu treiben. Für jede Spielerin ist es ein Traum, bei der WM zu spielen. Hoffentlich wird es ein Fest, das viele Mädchen zum Fußballspielen animiert.
Auch die Hilfsorganisation UNICEF sitzt bei der WM als FIFA- Partner im Boot. Mit der Kampagne Goals for Girls nutzt sie das Turnier, um auf die Rechte von Mädchen und Frauen in aller Welt aufmerksam zu machen und die Gleichberechtigung zu fördern. Unsere zentrale Botschaft ist: Es gibt keinen Unterschied zwischen Jungen und Mädchen. Sie sind genauso wertvoll für die Gesellschaft und sollen die gleichen Chancen im Leben haben, sagte Richard Bridle, Stellvertretender UNICEF-Regionaldirektor für Ostasien. China ist der ideale Ort, denn hier leben 20 Prozent der weiblichen Weltbevölkerung. Jedes Tor soll ein Tor für die Mädchen sein.
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