Osnabrück - Claudia Pizarro und Roy Makaay haben Bayern Münchens Pokal-Blamage beim VfL Osnabrück verhindert.
Der von einer schweren Schädelverletzung genesene Peruaner hatte bei seinem Comeback als zweifacher Torschütze maßgeblichen Anteil daran, dass sich der Rekordmeister beim Regionalligisten mit 3:2 (1:1) durchsetzte und ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzog.
18 320 Zuschauer in der ausverkauften Bremer Brücke witterten bei strömendem Regen schon die Wiederholung der 5:4-Pokalsensation von 1978 die Sensation, als Joe Echos (19.) und Thomas Reichenberger (63.) den frühen Rückstand durch Pizarro (5.) in eine 2:1-Führung umwandelten. Doch erneut Pizarro (74.) markierte den Ausgleich, und Makaay sorgte in der Nachspielzeit für die Entscheidung.
Überzeugend aber war die Vorstellung der Magath-Elf nicht. Auch die frühe Führung verlieh dem Bayern-Spiel nicht zu mehr Sicherheit. Im Gegenteil. Schon früh wurde klar, dass der Rekordmeister die zahlreichen Ausfälle nicht so einfach kompensieren kann. Ohne den erkrankten Michael Ballack und Sebastian Deisler, der 80 Minuten auf der Reservebank saß, produzierte das Mittelfeld nur Stückwerk. Die frühzeitigen Störmanöver der Gastgeber passten dem Bundesliga- Sechsten überhaupt nicht.
Die Osnabrücker bekamen dagegen weiteren Rückenwind, als in der 19. Minute der 22-Meter-Gewaltschuss von Kapitän Enochs im Torwinkel einschlug. Bayern-Ersatzkeeper Michael Rensing bekam als Vertreter des erkrankten Oliver Kahn die Fäsute nicht mehr rechtzeitig an den Ball. Der 20-Jährige verhinderte aber sieben Minuten später mit einer Glanzparade gegen Alexander Nouri den Rückstand.
Konstruktive Angriffsbemühungen des FC Bayern blieben hingegen lange Zeit Mangelware. VfL-Torhüter Tino Berbig wurde in der ersten Halbzeit lediglich bei einem Kopfball von Torsten Frings (33.) geprüft. Allerdings hatten die Gastgeber großes Glück, dass Schiedsrichter Stefan Trautmann in der 45. Minute nach einem klaren Foul von Matthias Koch an Salihamidzic nicht auf Starfstoß entschied.
Auch nach dem Seitenwechsel waren die Bayern zwar feldüberlegen, aber selten konstruktiv. Zudem wurden sie auch beim Osnabrücker Führungstreffer vom Schiedsrichtergespann benachteiligt. Denn beim 2:1 gelang Wolfgang Schütte aus abseitsverdächtiger Position der Heber an die Bayern-Latte, den Abpraller staubte Ex-Bundesligaprofi Reichenberger ab.
Felix Magath reagierte sofort, brachte Owen Hargreaves für den desolaten Jens Jeremies. Der Rekordmeister bemühte sich um den Ausgleich, doch verzettelte sich in Einzelaktionen. Nur Pizarro behielt in der einfallslosen Bayern-Elf den Überblick, als er ein Zuspril von Andreas Görlitz direkt mit einem unhaltbaren 16-Meter-Flachschuss zum 2:2 abschloss. 9 Sekunden in der Nachspielzeit bewies Makaay seinen Torinstinkt.
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