Madrid/London - David Beckham wollte besonders clever sein, aber dann handelte der Kapitän der englischen Fußball-Nationalelf sich doch eine Menge Ärger ein.
Der 29-jährige Star räumte ein, dass er im WM-Qualifikationsspiel England gegen Wales (2:0) mit Absicht eine Gelbe Karte provoziert hatte. Auf diese Weise könne er die fällige Gelbsperre beim Spiel in Aserbaidschan verbüßen, für das er wegen eines Rippenbruchs ohnehin ausfalle.
Der Weltverband FIFA fand den Schachzug nicht clever, sondern einfach nur unsportlich. Wo kommen wir hin, wenn sogar die Botschafter des Fußballs sich nicht mehr an das Fair Play halten?, fragte FIFA-Präsident Joseph Blatter erbost und forderte eine Bestrafung Beckhams. Dieser machte sogleich einen Rückzieher und entschuldigte sich. Ich weiß, dass ich einen Fehler begangen habe, betonte er in einer Erklärung. Als Kapitän muss ich mich ganz besonders an den FIFA-Kodex des Fair Play halten.
Dies hatte Beckham vorher offenbar nicht bedacht. In der britischen Presse hatte er offen über seinen Gelb-Schachzug berichtet und stolz verkündet: Einige Leute denken, ich hätte nichts auf dem Kasten und wäre nicht clever. Aber ich habe doch Köpfchen. Im Spiel gegen Wales hatte Beckham sich bei einem Zusammenprall an den Rippen verletzt, wenig später den Gegenspieler Ben Thatcher gefoult und Gelb gesehen. Es war Absicht, gestand der Kapitän, der mit einer Gelben Karte vorbelastet in die Partie gegangen war. Ich wusste, dass ich mir zuvor eine Rippe gebrochen hatte.
Mit der provozierten Gelben Karte handelte Beckham sich nicht nur Ärger mit der FIFA, sondern auch heftige Kritik des Altnationalspielers Geoff Hurst ein, der bei Englands legendärem 4:2- Sieg im WM-Finale 1966 über Deutschland drei Tore erzielt hatte. Zu meiner Zeit, als Bobby Moore Kapitän war, hätte es das nicht gegeben, hielt der Held von Wembley seinem Landsmann vor. So etwas bringt nicht nur den Sport, sondern auch unser Land in Verruf.
Die Vereinsärzte von Real teilten mit, dass Beckham sich gegen Wales zwei Rippen gebrochen hat und drei bis vier Wochen pausieren muss. Damit zeigte sich, dass der Engländer über ein gutes medizinisches Gespür verfügt. Ich werde etwa vier bis fünf Wochen ausfallen, hatte er vor seiner Rückkehr nach Madrid verkündet und damit bei den Madrilenen zunächst Verwunderung ausgelöst. Die Real- Ärzte hatten nämlich, bevor sie den Star untersucht hatten, darauf hingewiesen, dass man nach einem Rippenbruch auch nach einer Woche schon wieder spielen könne.
Allerdings wunderte man sich in Spanien darüber, dass Real seinen Star nach der Verletzung nicht sofort nach Madrid zurückbeorderte. Was zum Teufel machte Beckham mit seiner Rippe die ganze Zeit in England?, fragte sich das Sportblatt Marca. Die Vereine beklagen sich darüber, dass die Nationalmannschaften ihnen die Spieler wegnehmen. Aber dann lassen sie es zu, dass ihr Kapital ganz ohne Kontrolle bleibt.
Sechs Monate Dopingsperre für Emdener SchindlerBrasilianer Mineiro wechselt zu Hertha BSCBremen bangt um Diego - Fritz fällt erneut ausManchester unangefochten - Chelsea siegt wiederHenrik Larsson wieder im TrainingKurzporträt PolenTrochowski wechselt zum HSVTorwart Trautmann mit britischen Titel ausgezeichnetLehmann versteigert Elfmeter-ZettelOsnabrück siegt 3:2 gegen Braunschweig1027 |
1996 |
1298 |
1965 |
1400 |
13571 |
13410 |
13537 |
13234 |
13573 |