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SC Freiburg vor Derby in der Krise | 2004-10-21


Freiburg - Keine Spielkultur, kaum noch Profis und erstmals seit dem Wiederaufstieg 2003 auf einem Abstiegsplatz: Der Fußball- Bundesligist SC Freiburg steckt vor Derby gegen den ungeschlagenen Tabellenführer VfB Stuttgart mächtig in der Krise.

Die Situation ist furchtbar, sagt SC-Trainer Volker Finke angesichts einer Liste von 14 verletzten oder kranken Spielern. Wir werden in den nächsten Wochen sehr viel improvisieren müssen. Momentan geht es für uns nur darum, Bonuspunkte zu holen.

Im Krankenstand sind Roda Antar, Lewan Zkitischwili, Bruno Berner (alle Muskelfaserriss), Daniel Schumann, Ersatztorwart Julian Reinard (beide Prellungen), Oumar Kondé, Youssef Mohamad, Wilfried Sanou und Torge Hollmann (alle Grippe) sowie die Langzeitverletzten Zlatan Bajramovic (Adduktoren), Lars Hermel (Knieverletzung), Dennis Bührer (Mittelfußbruch), Abder Ramdane (Regeneration) und Seyi Olajengbesi (Kreuzbandriss).

In den letzten 14 Tagen hatten wir vier Feldspieler, die durchgängig arbeitsfähig waren, klagt Finke, der vor allem das kreative Element im Spiel der Breisgauer vermisst. Zuletzt beim 0:3 in Nürnberg hatten wir im Mittelfeld keinen einzigen Pass-Spieler, keinen Spieleröffner zur Verfügung. Da weißt Du, was die Stunde geschlagen hat.

Insgesamt zehn Spieler sind beim Tabellen-16. bereits wegen grippaler Infekte behandelt worden. Und die Grippewelle hat so eingeschlagen, dass es vielleicht noch gar nicht zu Ende ist und es noch weitere Spieler erwischt, fürchtet der 56-Jährige noch weitere Hiobsbotschaften. Finke setzt deshalb vor allem auf die Zukunft. Wir müssen da jetzt durch, und wir werden meiner Meinung nach in einem anderen Abschnitt der Saison auch wieder stark genug sein, um zu punkten. In der jetzigen Situation zählt jeder Punkt doppelt.

Gegen den VfB Stuttgart müsse vieles zusammen kommen, um Erfolg zu haben. Die Spieler, die auf dem Platz sein werden, müssen eine gute Tagesform haben, sagt Finke. Seine Spieler hoffen vor allem auf die Unterstützung des Publikums. Die Zuschauer wissen, dass die Situation nicht optimal ist, und sie werden uns hoffentlich auch unterstützen, wenn es am Anfang nicht so laufen sollte, sagt Mittelfeldspieler Sascha Riether. Auch der Kapitän der U-21-Nationalmannschaft hofft wie sein Trainer auf bessere Zeiten. Im Moment gibt es noch keinen Grund, in Panik zu verfallen. Es kommen wieder andere Zeiten, wo wir alle an Bord haben und wieder erfolgreicher sein werden.

Sollte am Saisonende dennoch der schlimmste Fall mit dem erneuten Abstieg in die 2. Liga eintreten, wäre auch das für SC-Präsident Achim Stocker kein Grund für Veränderungen. Finke ist für mich der beste Trainer, daran würde auch ein Abstieg nichts ändern. Ich hoffe, er bleibt für immer, stellt Stocker seinem Angestellten eine Lebensstellung in Aussicht.


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