Irdning/Österreich - Sechs Verletzte, zwei Spätheimkehrer aus dem Urlaub, und ein noch offener Transfer: Der Kader des deutschen Fußball-Meisters VfB Stuttgart ist eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel alles anderes als vollzählig.
Dass man von einer optimalen Vorbereitung sprechen kann, wäre natürlich gelogen. Es könnte besser sein, sagte Trainer Armin Veh während des Trainingslagers im österreichischen Irdning. In Alarmstimmung ist der 46-Jährige deswegen aber noch lange nicht: Das macht mich nicht unruhig. Zum Saisonstart Anfang August werden wir bis auf Delpierre eine komplette Mannschaft haben.
Der französische Innenverteidiger wurde in Straßburg an der Patellasehne operiert und fällt bis Ende August aus. Im Mittelfeld sind derzeit gleich drei Spieler nicht einsatzbereit. Neuzugang Yildiray Bastürk (Zerrung) und Nationalspieler Thomas Hitzlsperger (Achillessehnenprobleme) sind immerhin wieder im Lauftraining, Sami Khedira ist nicht so schwer verletzt wie zunächst befürchtet und muss mit einem Kapselanriss im rechten Sprunggelenk nur etwa sieben bis zehn Tage aussetzen. Die beiden Mexikaner Pawel Pardo und Ricardo Osorio werden erst am 18. Juli aus ihrem Heimaturlaub zurück erwartet, Neuzugang Ewerthon soll noch geschont werden, Andreas Beck fällt mit einer Mandelentzündung aus.
So standen für das Testspiel gegen den italienischen Champions-League-Qualifikanten Lazio Rom nur 14 Spieler zur Verfügung. Das ist natürlich nicht so gut, weil du nicht wechseln kannst und die Belastung für die gesunden Spieler höher ist als vorher angedacht. Es ist nicht so, wie ich es gern hätte, meinte Veh, der aber sowieso nicht viel Wert auf Testspiel-Ergebnisse legt. Sein Hauptaugenmerk gilt weniger dem Ligapokal-Halbfinale 25. Juli, sondern dem DFB-Pokal sowie dem Liga-Auftakt.
Viel mehr interessiert den Meistertrainer die Besetzung der offenen vierten Stürmerstelle. Die Verhandlungen mit Schachtjor Donezk über eine Verpflichtung des Rumänen Ciprian Marica ziehen sich in die Länge. Nur falls der Transfer noch scheitert, wäre Boubacar Sanogo vom Hamburger SV ein Thema. Der VfB wollte den Stürmer von der Elfenbeinküste schon vor einem Jahr verpflichten, zog aber damals den Kürzeren, weil der ausgemusterte Danijel Luboja viel Kapital band. Mit der im Raum stehenden Ablöse für seinen einstigen Wunschstürmer kann sich Veh aber nicht anfreunden: Ich kann nicht nachvollziehen, dass ein Spieler, der vor einem Jahr noch 3,8 Millionen gekostet hat, nach einer nicht so guten Saison fünf oder sechs Millionen kostet.
Unterdessen hat Ligakonkurrent VfL Wolfsburg seine Fühler nach VfB-Mittelfeldspieler Christian Gentner ausgestreckt. Ich habe mit Felix Magath darüber gesprochen und auch Christian kann sich das gut vorstellen, sagte VfB-Teammanager Horst Heldt. Die Niedersachsen wollen Gentner kaufen, Stuttgart strebt nur ein Leihgeschäft an, um dem 21-Jährigen mehr Spielpraxis zu verschaffen.
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