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Bremen macht den Spitzenkampf wieder spannend | 2004-10-28


Düsseldorf - Die Zeit der Alleingänge scheint endgültig vorbei, die Bundesliga gewinnt an Dramatik. Der Meister selbst inszenierte am neunten Spieltag das Stück in großen Teilen neu: Werder Bremen verdarb dem VfB Stuttgart die Tabellenführung und setzt sich im Spitzenbereich fest.

Zwischen Spitzenreiter VfL Wolfsburg (21 Punkte) und dem mächtig aufstrebenden FC Schalke 04 an Position sechs (18) liegen nur drei Zähler - die Liga lebt, und mittendrin im Top-Sextett tummelt sich als Fünfter noch immer der kesse Neuling FSV Mainz 05.

Spätestens mit dem 1:2 gegen Bremen ist der VfB Stuttgart von der rauen Wirklichkeit eingeholt worden. Die schöne Serie ist passé, mit der zweiten Niederlage binnen vier Tagen verschenkten die Schwaben zudem Rang eins und bleiben punktgleich mit Rekordmeister Bayern München (beide 20) Zweiter. Vor diesem Spiel war alles eitel Sonnenschein, jetzt sind wir wieder ein bisschen in der Realität, trauerte Trainer Matthias Sammer einer großen Chance nach. Der VfB führte durch das Bundesliga-Debüttor von Mathieu Delpierre 1:0 und spielte ab der 66. Minute nur noch gegen zehn Bremer: Ludovic Magnin musste wegen einer Notbremse vom Platz.

Doch später wurde der Schweizer Magnin trotz Roter Karte zum wahrscheinlich glücklichsten Mann des Abends: Wir haben gezeigt, dass Werder zurück ist im Kampf um die Meisterschaft, lautete Magnins Fazit, nachdem 5-Millionen-Euro-Einkauf Miroslav Klose (78.) und Nelson Valdez (81.) aus dem 0:1 einen Dreier für Bremen gemacht hatten und Werder als Vierter zusammen mit Mainz (3:1 gegen Hansa Rostock) und Stuttgarts kommendem Auswärtsgegner Schalke (2:0 beim 1. FC Nürnberg) das Spitzentrio verfolgt.

Meister-Coach Thomas Schaaf sieht das enge Zusammenrücken im ersten Tabellendrittel mit Wohlwollen und lobte sein Team: Es hat mit Leidenschaft und Herz gekämpft, um sich am Ende selbst zu belohnen. Auch in Mainz machen sich Kampf, Engagement und Fußball mit Herz weiter bezahlt. Nach dem 1:2 auf Schalke glaubten viele den Spaß beim Aufsteiger beendet, doch es ist wieder einmal unglaublich, was die Jungs geleistet haben. Für mich war das unsere stärkste Saisonleistung, sagte Trainer Jürgen Klopp nach dem Sieg gegen die auswärts zuvor noch ungeschlagenen Rostocker. Jetzt kommt es am Samstag zur Top-Partie zwischen Wolfsburg und Mainz.

Dass Trainerwechsel auch die erhofften Wirkungen zeigen können, machen die Profis aus Schalke und Hamburg ihren Kollegen in Mönchengladbach perfekt vor: Die Königsblauen haben unter Ralf Rangnick mit dem 2:0 durch Tore von Ailton und Ebbe Sand beim 1. FC Nürnberg im vierten Bundesligaspiel zum vierten Mal gewonnen, und beim HSV gelang Thomas Doll mit dem 4:0 gegen den SC Freiburg der zweite Sieg im zweiten Spiel - auch dank eines überragenden Sergej Barbarez, der die Breisgauer mit drei Toren (28./51./57.) fast im Alleingang bezwang.

Auch beim 3:2-Erfolg von Bayer Leverkusen gegen Arminia Bielefeld gab es einen dreifachen Torschützen: Andrej Woronin. Der Ukrainer, eigentlich immer im Schatten des Angriffsduos Dimitar Berbatow/Franca stehend, nutzte die von Trainer Klaus Augenthaler gewährte Chance zu einer Gala. Das ist ein Supergefühl. Ich wollte endlich zeigen, was ich kann, kommentierte Woronin seine Treffer zum 2:1 (50./54.) und 3:2 (78.), nachdem der auswärtsstarke Rekord-Aufsteiger Bielefeld durch Delron Buckley (20.) in Führung gegangen war und Fatmir Vata (72.) ausgeglichen hatte.


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