Stuttgart - Die Fußball-Bundesliga schrieb in ihren 44 Jahren einige Titeldramen. Eigentore und Pfostenschüsse entschieden über Triumph oder Tragik. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert die spannendsten Momente im Titelkampf.
1978: Es scheint alles klar: Der 1. FC Köln hat vor dem Saisonfinale die um zehn Treffer bessere Tordifferenz vor den punktgleichen Mönchengladbachern. Doch dann feiert die Borussia in Düsseldorf ein 12:0-Schützenfest gegen die damals von Otto Rehhagel trainierten Dortmunder Borussen. Nur weil Köln 5:0 bei Absteiger St. Pauli gewinnt, sichern sich die Domstädter unter Hennes Weisweiler mit drei Toren Vorsprung den Titel.
1986: Michael Kutzop hat am 33. Spieltag in der letzten Minute gegen den Konkurrenten Bayern München die Riesenchance, den Titel für Werder Bremen unter Dach und Fach zu bringen. Doch der Ball klatscht an den Außenpfosten. Mit der 1:2-Niederlage in Stuttgart drei Tage später ist der Titel endgültig futsch für die Hanseaten. München gewinnt 6:0 gegen Gladbach - und hat die Schale.
1992: Eintracht Frankfurt, die überragende Mannschaft der Saison, geht als Favorit in die Entscheidung. Dortmund und der VfB Stuttgart sind punktgleich. Den Hessen wird bei Absteiger Rostock ein Elfmeter verweigert, kurz vor Schluss kassieren sie das 1:2. Dortmund siegt in Duisburg 1:0, doch Guido Buchwald köpft für den VfB das 2:1 (86.) - Stuttgart jubelt wegen des besseren Torverhältnisses.
1995: Mit einem Punkt Vorsprung auf Borussia Dortmund reist Werder Bremen zu Titelverteidiger FC Bayern und verliert 1:3. Böse Bescherung für Trainer Otto Rehhagel, der danach nach München wechselt. Dortmund wird durch ein 2:0 gegen den Hamburger SV Meister.
2000: Bayer Leverkusen steht vor seiner ersten Meisterschaft. Drei Punkte Vorsprung auf Bayern - was soll da passieren. Doch die letzte Partie in Unterhaching geht mit 0:2 verloren. Und Michael Ballack wird mit seinem Eigentor zum tragischen Helden. Der FC Bayern triumphiert mit 3:1 gegen Bremen - und über die ganze Liga.
2001: Schalke 04 schlägt Unterhaching 5:3 und feiert im Parkstadion schon den Titel. Doch auf der Anzeigetafel läuft noch die Partie des Rivalen FC Bayern München beim Hamburger SV. Der Schwede Patrick Andersson trifft in der Nachspielzeit des 34. Spieltags per Freistoß zum 1:1. Selten haben so viele Menschen nach einem Schuss so geweint: Die Schalker sind nur die Meister der Herzen.
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