Madrid - Die Forderung von FIFA-Präsident Joseph Blatter nach Akteneinsicht in der Dopingaffäre um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes ist in Spanien auf Verwunderung gestoßen.
Wie die Madrider Zeitung El País berichtete, hatten die spanischen Sportbehörden dem Weltfußballverband bereits im Juli 2006 offiziell mitgeteilt, dass keine Fußballer in die Affäre verwickelt seien. Blatter ignoriert die Tatsachen, schrieb das angesehene Blatt. Entweder hat er die Unterlagen, die er damals erhielt, nicht gelesen, oder er weiß nicht mehr, dass er sie gelesen hat.
Der FIFA-Chef hatte von Spanien Auskunft darüber verlangt, ob Fußballer in den Dopingskandal verwickelt sind. Genau dies hätten die spanischen Sportbehörden bereits im vorigen Jahr ausdrücklich ausgeschlossen, berichtete die der spanischen Regierung nahe stehende Zeitung. Spanien habe damals eine Anfrage von der FIFA- Rechtsabteilung erhalten und diese umgehend beantwortet.
In Spanien war im Mai 2006 mit der Operación Puerto eine der größten Doping-Affären aufgedeckt worden, in die unter anderem der später zurückgetretene deutsche Radstar Jan Ullrich und Giro-Sieger Ivan Basso verwickelt sein sollen. Die französische Zeitung Le Monde behauptete, auch prominente Fußballer hätten zu den Kunden des umstrittenen Mediziners Fuentes gehört. Die betroffenen Vereine Real Madrid, FC Barcelona und FC Valencia wiesen die Darstellung zurück und verklagten das Blatt.
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