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VfB will Meistertitel - Gomez-Einsatz offen | 2007-05-17


Stuttgart - Alles spricht dafür, dass der VfB Stuttgart den Titel holt und am 19. Mai im siebten Himmel schwebt. Aber selbst wenn Verfolger Schalke 04 den Spitzenreiter im Saisonfinale noch abfangen sollte, würde zumindest für Armin Veh die Welt nicht untergehen.

Wir wollen deutscher Meister werden, sagte der Trainer des schwäbischen Fußball-Bundesligisten. Wenn es aber nicht so sein und Schalke den Titel holen sollte, dann hätten sie es auch verdient. Dann würde ich meinem Kollegen Mirko Slomka von Herzen gratulieren.

Obwohl der Druck enorme Ausmaße angenommen hat, bemühen sich die VfB-Verantwortlichen und die Spieler um Lockerheit. Ich habe immer gesagt, dass man eine gewisse Lockerheit braucht, wiederholte Veh 48 Stunden vor dem Anpfiff gegen Energie Cottbus seine Richtlinie. Druck haben wir immer. Aber natürlich ist der gewachsen. Horst Heldt sprach von positivem Stress. Der Trainer und der Teammanager tun alles dafür, das Normalprogramm durchzuziehen. Wir bereiten uns so wie immer vor, sagte Veh.

Im leichten Vormittagstraining standen Spaß und das Abspulen bewährter Spielzüge auf dem Programm. Mit dem fast schon traditionellen Ententanz lockerten die Akteure die Stimmung zusätzlich auf. Kurzfristig entschied Veh, die rund 200 Fans doch auf den Platz zu lassen. Ursprünglich wollte der Trainer die beiden abschließenden Übungseinheiten wegen des befürchteten Rummels unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchziehen.

Die Spieler scheinen mit dem Stress problemlos umgehen zu können und begrüßen es, dass Veh am Alltagstrott festhält. Es wäre ein Fehler, jetzt etwas anders zu machen, sagte der Schweizer Nationalverteidiger Ludovic Magnin. Wir bleiben bescheiden und ruhig. Kapitän Fernando Meira strich die immer positive Denkweise seiner Kollegen heraus. Wir bleiben locker. Ein Indiz dafür ist der Besuch einiger Spieler bei der Show des TV-Komikers Oliver Pocher. Der scheidende Stammkeeper Timo Hildebrand versicherte, der VfB lasse sich nicht von außen unter Druck setzen. Die Mannschaft könne nur gewinnen. Jeder hat in diesem Jahr Sensationelles geleistet.

Nur noch einen kleinen Schritt vom großen Ziel entfernt, wollen sich die Stuttgarter nun im Schlussspurt nicht von Cottbus ins Stolpern bringen lassen. Wir sind der Favorit und wollen unsere Fans mit einer guten Leistung begeistern, sagte Meira. Dass es in den bisherigen drei Heimspielen gegen die Lausitzer nur zu einem bescheidenen 1:0-Sieg und zwei mageren 0:0 gereicht hat, bringt den portugiesischen Abwehrchef nicht aus der Ruhe, auch wenn die Stuttgarter keinesfalls von einem Selbstläufer ausgehen. Energie hat eine tolle Saison gespielt, lobte Veh Cottbus. Das ist kein dankbarer Gegner. An seiner Achtung für die Lausitzer ändern auch deren Personalprobleme nichts.

Personelle Sorgen plagen Veh keine. Bis auf den gesperrten Arthur Boka stehen ihm alle Akteure zur Verfügung. Offen ließ der VfB-Coach noch, ob der lange verletzte Torjäger Mario Gomez von Beginn an spielen wird: Normalerweise ist er nicht eingeplant. Ich möchte es aber nicht definitiv ausschließen. Schon die 35 Minuten beim 3:2 in Bochum, bei dem der eingewechselte Gomez den Ausgleich erzielte, seien eigentlich zu lange gewesen. Abgesehen von der Schonung könnte der notwendige Systemwechsel gegen den Stürmer in der Startformation sprechen. Immerhin stellten die Stuttgarter ohne den Nationalspieler den Vereinsrekord von sieben Siegen in Serie auf. Durch den achten Erfolg und damit den Titelgewinn soll das schwäbische Fußballmärchen sein Happyend finden.

Keiner hat damit gerechnet, dass wir am letzten Spieltag um die deutsche Meisterschaft spielen können, sagte Veh und gab zu, dass dies auch für ihn lange Zeit gegolten hatte. Etwas Schöneres und Tolleres - auch für die Fans - kann es doch nicht geben.

Kapitän Fernando Meira kündigte an, die Spieler würden ihrem Trainer komplett die Haare schneiden, wenn der Verein deutscher Meister würde. Das wird ganz einfach für uns, versicherte der selbst mit einer Mähne herumlaufende portugiesische Abwehrchef. Wir sind 25 Spieler. Da kann er sich nicht groß wehren.


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