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UEFA-Cupsieger Sevilla feiert Elfmetertöter Palop | 2007-05-17


Glasgow - Die einen feierten den Elfmetertöter Andrés Palop als Helden des UEFA-Pokalfinales, die anderen beklagten den Fluch der Penalties. Mit drei gehaltenen Schüssen verhalf Torwart Palop dem FC Sevilla im Elfmeterdrama von Glasgow zum zweiten Gewinn des UEFA-Cups in Folge.

Der einstige Außenseiterclub, bei dem der Ex-Stuttgarter Andreas Hinkel vergeblich auf einen Final-Einsatz hoffte, schrieb in der spanischen Nacht von Schottland mit seinem Erfolg über den Ligarivalen Espanyol Barcelona Fußball-Geschichte. Den UEFA-Pokal hatte mit Real Madrid vor 21 Jahren bisher erst eine Mannschaft verteidigen können.

Espanyol erlebte dagegen eine Neuauflage des Dramas von Leverkusen. Dort hatten die Katalanen vor 19 Jahren im UEFA-Cup- Finale ebenfalls im Elfmeterschießen gegen Bayer verloren. Der Werder-Bezwinger glich vor 52 000 Zuschauern im Hampden Park zwei Mal eine Führung des FC Sevilla aus, scheiterte dann aber an Palop. Beim Stand von 2:2 nach Verlängerung parierte Sevillas Keeper drei Mal, so dass die Südspanier das Elfmeterschießen mit 3:1 gewannen.

Und nicht nur das: Der 33-jährige hatte mit einem weiten Abwurf auch die Vorlage zur 1:0-Führung durch Adriano (18. Minute) gegeben, die Albert Riera (28.) noch vor der Pause wettmachte. In der Verlängerung erzielte Fréderic Kanouté (105.) das 2:1 für den Titelverteidiger, das Jonatas (115.) egalisierte. Sevilla sollte eine Straße nach Palop benennen, befand das Sportblatt As.

Der ewige Reservist scheint zu einem Experten für Wunderdinge geworden zu sein. Im Achtelfinale bewahrte er sein Team vor dem fast sicheren K.o. Im Rückspiel bei Schachtjor Donezk erzielte der Torwart in der Nachspielzeit ein Kopfballtor und erzwang damit eine Verlängerung, die die Sevillaner zum Siegtreffer nutzten. Palop hatte erst vor zwei Jahren mit seinem Wechsel nach Sevilla den Durchbruch geschafft. Davor hatte er mit dem FC Valencia zwar schon vier Titel geholt, aber immer nur als Reservist. Sechs Jahre lang stand er als Ersatzmann im Schatten von Santiago Canizares.

Nach dem Triumph von Glasgow lehnte Palop die Rolle des Helden ab. Das ganze Team trug in gleicher Weise zum Cupsieg bei, meinte er bescheiden. Sevillas Trainer Juande Ramos, der Hinkel für das Finale nicht nominiert hatte, gab nach dem Sieg die Devise aus: Jetzt wird gefeiert, aber dann geht es gleich wieder an die Arbeit. Wir wollen noch spanischer Meister werden. Das ist für uns der wichtigste Titel. Der FC Sevilla steht auch noch im spanischen Pokalfinale gegen den Bernd-Schuster-Club FC Getafe.

Bei aller Freude hatte der alte und neue UEFA-Cup-Sieger fast Mitleid mit den Verlierern. Sevillas Vereinspräsident José María del Nido bot den Pokal auf der Tribüne dem spanischen Kronprinzen Felipe an. Damit wollte ich zeigen, dass der Erfolg nicht nur uns gehört, sondern dem spanischen Fußball insgesamt, erläuterte der Clubchef. Der Thronfolger lehnte die Trophäe jedoch dankend ab. Bei der Siegerehrung stellten Sevillas Fußballer sich für die Verlierer im Spalier auf.

Espanyol haderte nicht nur mit seinem Pech beim Elfmeterschießen, sondern auch mit dem Schweizer Schiedsrichter Massimo Busacca, der Moisés Hurtado in der 68. Minute nach einem Allerweltsfoul die Gelb- Rote Karte gezeigt hatte. Wie kann man in einem Finale einen Spieler wegen einer solchen Kleinigkeit vom Platz stellen?, fragte Vereinspräsident Daniel Sánchez Llibre.

Das Schicksal scheint es mit Espanyol besonders grausam zu meinen. Die Katalanen verloren in dieser Saison im UEFA-Pokal nach regulärer Spielzeit keine einzige Partie, der Cup blieb ihnen jedoch vorenthalten. Wir haben den Himmel schon mit unseren Fingern berührt, konnten ihn aber nicht festhalten, befand Trainer Trainer Ernesto Valverde. Er hatte als 19-jähriger Spieler bereits das Drama von Leverkusen miterlebt.


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