Karlsruhe - Reinhold Fanz soll den krisengebeutelten Karlsruher SC aus dem Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga führen.
Gerade noch rechtzeitig zum Trainingsauftakt wurde der 50-Jährige beim Tabellenvorletzten als Nachfolger des entlassenen Chefcoachs Lorenz-Günther Köstner vorgestellt. Er kennt das Umfeld. Wir wollten jemanden haben, der aus der Region kommt, erklärte Präsident Hubert Raase die überraschende Entscheidung des Präsidiums.
Fanz erhält einen Vertrag bis zum Saisonende. Dieser verlängert sich um ein Jahr, wenn er mit dem KSC den Klassenerhalt schafft. Eine Nichtabstiegs-Prämie ist nach Angaben von Sportdirektor Rolf Dohmen kein Thema.
Sicher ist die Situation hier sehr, sehr schwierig, aber es gibt Talente, an denen man feilen kann, sagte Fanz und bezeichnete Karlsruhe als meinen Traumverein. Der neue Hoffnungsträger bestritt von 1980 bis 83 insgesamt 36 Bundesliga-Partien für den KSC und spielte damals zeitweise an der Seite des heutigen Sportdirektors Dohmen. Die Wege der beiden kreuzten sich später auch bei Eintracht Frankfurt. Auf die Frage, ob er mit der Verpflichtung seines alten Bekannten Seilschaften pflegen würde, meinte Dohmen: Mit diesem Vorwurf kann ich leben.
Fanz trainierte unter anderem Hannover 96, Frankfurt und Eintracht Braunschweig. Zudem war er von 1987 bis 96 hessischer Verbandscoach. Zuletzt wurde er als Amateur-Trainer des VfB Stuttgart am 18. Juni dieses Jahres entlassen. Mit Köstner hatte er einst den Trainerschein gemacht. Zu seinem Vorgänger will Fanz auch Kontakt aufnehmen, schließlich kennt er die Mannschaft nur von Videoaufnahmen. Ich will, dass die Mannschaft attraktiv und aggressiv spielt. Zunächst einmal braucht sie Selbstvertrauen, meinte Fanz.
Dohmen bestätigte, dass der KSC in der Winterpause noch Neuzugänge verpflichten will. Es gibt drei oder vier Spieler auf meiner Liste, sagte der Sportdirektor. Ungewiss ist allerdings, ob die Mannschaft bereits bis zum Beginn des Trainingslagers am 5. Januar in Belek/Türkei verstärkt wird.
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