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Zünglein an der Waage: Energie im Focus | 2007-05-18


Stuttgart/Cottbus - Der FC Energie Cottbus nimmt seine Rolle als potenzieller Meistermacher in der Fußball-Bundesliga sehr ernst.

Die deutsche Meisterschaft soll fair und sportlich entschieden werden. Wenn Stuttgart Meister werden will, müssen sie uns in einem großen Kampf schlagen, erklärte der Cottbuser Trainer Petrik Sander vor dem letzten Auftritt des Spieljahres im Ländle, das die große Meister-Fete plant. Doch entgegen aller Bedenken vieler Fußball-Fans, vor allem von VfB-Kontrahent Schalke 04, dass sich der Außenseiter dem designierten Meister VfB wehrlos ergeben könnte, betonte Sander nochmals: Wir haben nichts zu verschenken.

Schon am Vormittag vor dem Spiel hat Energie in einem Stuttgarter Hotel Quartier bezogen. Bei der Vorbereitung wie beim Abschlusstraining oder der unmittelbaren Vorbereitung lässt Sander keinerlei Störungen zu. Alles, was unserer Konzentration schadet, wollen wir fern halten, erklärte der Chefcoach. Frauen und Kinder der Profis dürfen erst direkt zum Spiel in der Schwaben-Metropole anreisen, die Saison-Abschlussfeier mit den Familien ist am Abend nach der Partie in einem anderen Hotel geplant. Wir sind wie immer nicht der Favorit, aber gerade solche Spiele haben wir oft für uns entschieden, meinte Kapitän Kevin McKenna, der wegen einer Verletzung allerdings ebenso fehlen wird wie Timo Rost, Vragel da Silva und Steffen Baumgart (alle gesperrt).

Am Vortag des viel beachteten Aufeinandertreffens nutzte Sander nochmals eine Mitteilung der Deutschen Fußball Liga (DFL) als zusätzliche Motivation. Die Meisterschafts- Entscheidung zwischen Stuttgart und der Cottbuser Partnerstadt Gelsenkirchen wird in mehr als 100 Ländern live übertragen. Da wollen sich natürlich alle gut aus der Affäre ziehen, so die Energie-Verantwortlichen. Die Fan-Freundschaft zwischen den Lausitzer und schwäbischen Anhängern soll dabei keine Rolle spielen. Sander erinnerte nochmals an das Hinspiel, in dem Energie auch kein Gegentor zugelassen hatte: Wir haben in dieser Saison schon einmal Unentschieden gegen Stuttgart gespielt.

Ob sich Cottbus nach den zuletzt schwachen Spielen in Hannover (0:2) und gegen Bayern (0:3) nochmals steigern kann, muss allerdings abgewartet werden. Wir werden nochmals an die Mannschaft appellieren, alles zu geben. Aber das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit, sagte Manager Steffen Heidrich. Mit einem Remis am letzten Spieltag hat Cottbus 2003 schon einmal einem großen Favoriten eine große Feier verdorben: Energie spielt in Dortmund als längst feststehender Absteiger 1:1 - und statt Borussia war Stuttgart direkt für die Champions League qualifiziert.


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