Madrid - In der Schlussphase der Fußballsaison wächst in Spanien der Ärger über eine Serie von Fehlentscheidungen der Schiedsrichter. Der FC Valencia, Spitzenreiter der Primera División, glaubt gar an eine Verschwörung zu Gunsten des Rekordmeisters Real Madrid.
Es ist nicht das erste Mal, dass man versucht, uns die Meisterschaft zu stehlen, beklagte sich Valencias Clubpräsident Jaime Ortí. Der Anlass für den Ärger war eine Elfmeter-Entscheidung gegen die Valencianer gewesen, die nach einhelliger Ansicht der Sportpresse falsch war. Der Russe Waleri Karpin nutzte den Strafstoß zum 2:0 für Real Sociedad San Sebastián. Der FC Valencia konnte in den Schlussminuten noch zum 2:2 ausgleichen und damit die Tabellenführung verteidigen. Der Club rangiert in der Primera División mit 70 Punkten gleichauf mit Real Madrid, hat aber die bessere Tordifferenz.
Die Königlichen hatten sich zuvor bei ihrem 2:1-Sieg beim Lokalrivalen Atlético vorhalten lassen müssen, mit der Hilfe des Schiedsrichters zum Erfolg gekommen zu sein. Beim Siegtreffer Reals hatte der Referee ein Foul am Atlético-Torwart und eine Abseitsstellung übersehen. Die Valencianer hatten schon vor Wochen von einer Verschwörung gesprochen, als sie im Bernabéu-Stadion in der Schlussminute durch einen höchst umstrittenen Elfmeter für Real um den Sieg gebracht wurden.
Real Madrid ist Spitzenreiter bei Schiedsrichter-Geschenken, beklagte das Fachblatt Sport und stellte fest: Wenn Real Meister wird, dann nur durch Gefälligkeiten der Unparteiischen. Der Rekordmeister wies die Verdächtigungen energisch zurück. Wenn ein Referee sich zu Gunsten von Real irrt, wird gleich eine Staatsaffäre daraus, meinte Sportdirektor Emilio Butragueno. Aber wenn wir benachteiligt werden, sagt niemand etwas. Laut dem Sportblatt As wurden im Lokalderby die Real-Stars Luis Figo und Zinedine Zidane insgesamt 15 Mal gefoult, ohne dass die Übeltäter verwarnt wurden.
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