Cottbus - Die Polizei in Cottbus will möglicherweise die im Stadion der Freundschaft gefundene acht Kilogramm schweren Rauchbombe öffentlich zünden.
Dazu könnten die Sicherheits-Verantwortlichen, Fan- und andere Vertreter uns der Bundesliga eingeladen werden, erklärte Ronny Gersch, Sprecher des Fußball-Zweitligisten FC Energie. Nach Abschluss der Untersuchungen könnte dies bei Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen als Demonstration dazu dienen, wie gefährlich solche Rauchbomben entgegen anderer, weit verbreiteter Meinungen sind, so Gersch. Das Chemikaliengemisch kann zu Verätzungen, Leber- und Nierenschäden führen.
Der Fundort der Bombe sowie Hinweise von szenekundigen Beamten deute laut Polizei-Angaben darauf hin, dass die höchstgefährliche und mit Schwarzpulver angereicherte Bombe aus dem Umkreis der Auer Fußballanhänger stammt. Auch bei einem vorherigen Spiel gegen Erfurt hätten Auer-Fans derartige Bengalische Feuer gezündet, sagte der Cottbuser Polizeisprecher Berndt Fleischer am Montag. Eine Explosionsgefahr im herkömmlichen Sinne der acht Kilo schweren Mischung aus Rauchbombe und Bengalofeuer habe zu keiner Zeit bestanden.
Ich finde es sehr unwahrscheinlich, dass ein Auer Fan Tage vor dem Spiel nach Cottbus reist, sich dort unbehelligt ins Stadion schleicht und eine Bombe im eigenen Fanblock vergräbt, sagte der Sicherheitsbeauftragte von Erzgebirge Aue, Martin Henselin. Es sei schwer nachzuvollziehen, da sich die Auer bei einer möglichen Zündung der Bombe selbst verletzt hätten. Vielleicht waren da auch Leute am Werk, die uns nicht wohlgesonnen sind, meinte der 68-Jährige und forderte, dass die Polizei in alle Richtungen ermitteln muss.
Durch einen Artikel im Energie-Stadionheft war bekannt geworden, dass vor der Partie gegen Aue am 28. Oktober eine selbst gebastelte Bombe in einem Stadionblock des FC Energie Cottbus von einem Polizeihund aufgespürt wurde. Es hatte sich dabei um eine Routinekontrolle gehandelt, die immer vor Meisterschaftsspielen durchgeführt wird. Das 30 mal 40 Zentimeter große Sprengstoffpaket war etwa 20 Zentimeter tief im Gäste-Fanblock vergraben. Aus ermittlungstaktischen Gründen sei man mit dem Vorfall zunächst nicht an die Öffentlichkeit gegangen, meinte der Polizeisprecher.
Nach Angaben von Fleischer würden es Fans immer wieder einmal schaffen, pyrotechnische Substanzen in ein Stadion zu bekommen. Jedoch sei der Vorfall in Cottbus in seiner Größenordnung bislang einmalig. Bisher waren in Fußballstadien nur Pakete von 100 bis 200 Gramm gefunden worden. Wir sind natürlich froh, dass die Polizei einen möglichen Schaden vermeiden konnte, erklärte Energie-Manager Klaus Stabach, der selbst erst eine Woche zuvor von dem Vorfall informiert worden war.
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