Hannover - Silvio Schröter hat Hannover 96 mit seinem Siegtreffer in der 56. Minute zum achten Mal ins Pokal-Viertelfinale geschossen und Borussia Dortmund die Hoffnung auf bessere Zeiten verdorben.
Der 25-Jährige sicherte den Niedersachsen vor 38 764 Zuschauern in der heimischen AWD-Arena den glücklichen 1:0 (0:0)-Erfolg und damit den ersten Heimerfolg gegen den Bundesliga- Konkurrenten seit 34 Jahren. Der Hannoveraner Thomas Christiansen (81.) und der Dortmunder Ewerthon (84.) konnten in der durchwachsenen Partie, die wegen des Saison-Rekordandrangs erst mit 18-minütiger Verspätung begann, zwei fragwürdige Foulelfmeter nicht verwerten.
Die finanziell und sportlich unter Druck stehenden Borussen, die auch das dritte Pokalspiel gegen Hannover verloren, müssen sich nach dem Ausscheiden von der Vorstellung verabschieden, über den Pokal ins internationale Geschäft zurückkehren zu können. Das ist sportlich und finanziell eine bittere Niederlage, sagte BVB-Manager Michael Meier. Uns fehlen jetzt die Einnahmen aus der nächsten Runde und dem internationalen Wettbewerb. Aber der Mannschaft ist kein Vorwurf zu machen; sie hat im Rahmen ihrer Möglichkeiten gespielt. Wir haben 14 Verletzte und zeitweise mit 7 Deutschen gespielt.
Wie angegriffen die Nerven sind, zeigte Trainer Bert van Marwick, der in der 72. Minute auf die Tribüne verbannt wurde. Das letzte Aufgebot hatte der Niederländer mobilisiert. Auch Tomas Rosicky versuchte zu spielen. Doch der an Schulter und Rücken lädierte tschechische Spielmacher musste schon nach gut einer halben Stunde passen und wurde durch Sahr Senesie ersetzt. Obwohl Rosicky nicht schalten und walten konnte wie gewohnt, hatte der BVB vor allem durch Ewerthon zunächst mehr vom Spiel. Aber der Brasilianer versiebte seine Möglichkeiten (10./14./21.).
Der Pokal ist eine einmalige Chance, hatte der designierte Dortmunder Präsident Reinhard Rauball dem Team mit auf den Weg gegeben. Das torlose Unentschieden konnten die verunsichert wirkenden Borussen aber nur mit Glück und dank eines prächtig haltenden Roman Weidenfeller in die Pause retten. Bei Schröters Riesenchance nach Tarnat-Flanke (39. Minute) war aber auch der Keeper machtlos; der Ball freilich flog nicht ins Tor, sondern in die Wolken.
Nach dem Seitenwechsel machte es Schröter besser. Eine Hereingabe von Daniel Stendel schob er aus elf Metern locker ins Tor. Auch diesmal war Weidenfeller chancenlos. Der in Dortmund nicht unumstrittene Torwart verursachte in der 81. Minute durch ein Foul an Stendel einen Elfmeter, den Christiansen aber ebenso wenig nutzen konnte wie drei Minuten später Ewerthon nach einem zweifelhaften Foul an Sebastian Kehl. So blieb es beim gerechten Sieg für Hannover 96.
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