Bremen - Die missglückte Rotation mit dem zweiten Sturm als erste Wahl hätte Werder Bremen beinahe die Chance auf den erneuten Gewinn des DFB-Pokals gekostet. Nur mit viel Mühe, etwas Glück und zwei späten Toren schaffte der Titelverteidiger zum 25. Mal den Sprung ins Viertelfinale.
Beim 3:1-Sieg in der Verlängerung verlor der vielbeschäftigte Double-Gewinner gegen den Fußball-Zweitligisten Eintracht Trier allerdings unnötig Kraft. Das ist bei dem Programm, das wir im Moment absolvieren, nicht unbedingt von Vorteil, sagte Trainer Thomas Schaaf: Dass wir über 120 Minuten gehen mussten, hat mich schon geärgert.
Schaafs Experiment, den Stammspielern Fabian Ernst, Miroslav Klose und Ivan Klasnic auf der Reservebank die nötigen Verschnaufpausen zu geben, erwies sich als riskant. Das hätte natürlich noch ungemütlich werden können, gab Sportdirektor Klaus Allofs zu. Als Hauptmanko hatte nicht nur der ehemalige Stürmer erkannt: Wir haben nicht mit dem nötigen Druck beim Nutzen der Torchancen gespielt. Auch Schaaf monierte: Da müssen wir entschlossener zu Werke gehen.
Besonders schwach war das Auftreten von Angelos Charisteas. Der enttäuschende Europameister durfte ebenso überraschend von Begin an stürmen wie Nelson Valdez, der sich zumindest einsatzfreudig zeigte. Doch der Grieche, der schon mehrfach wegen zu geringer Einsatzzeiten mit einem vorzeitigen Wechsel gedroht hatte, agierte leidenschaftslos. Zudem fiel er mit Fehlpässen und fehlendem Durchsetzungsvermögen negativ auf.
Die These von den vier gleichwertigen Stürmern, die offiziell von den Werder-Verantwortlichen gepflegt wird, stimmt derzeit jedenfalls nicht. Es war kein super Spiel von ihm, meinte Allofs, aber deshalb sagen wir jetzt nicht, dass er die Nummer vier ist. Schaaf wollte angesichts der jüngsten Wirbels um Charisteas, der das späte 1:1 im Bundesligaspiel gegen Hertha BSC mitverschuldet hatte, die Leistung nicht kommentieren.
Lieber sprach der Coach über Daniel Jensen, der in der 5. Minute das 1:0 geschossen und nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Antun Labak (57.) auch das vorentscheidende 2:1 (105.+1) erzielt hatte. Man hat wieder gesehen, dass er schon sehr wertvoll für uns ist, lobte er den lange verletzten Dänen, nach dessen zweitem Treffer der eingewechselte Klasnic (120.+1) das Endergebnis besiegelte. Der aus Murcia gekommene Mittelfeldspieler versprach: Das geht noch besser.
Derweil ärgerte sich Triers Trainer Paul Linz, dass sein Team die Chance gegen den schwächelnden Meister gegen Ende der zweiten Halbzeit nicht zu nutzen versucht hatte. Seine Spieler hätten Angst vor der eigenen Courage gekriegt, klagte der ehemalige Werder-Profi und sagte: Ich hätte lieber 0:4 in der regulären Spielzeit verloren.
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