Frankfurt/Main - Ein Etappenziel erreicht und weiteres Selbstvertrauen getankt: Der FC Schalke 04 geht nach dem Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals und dem Ausbau der Erfolgsserie unter Trainer Ralf Rangnick mit noch breiterer Brust die nächsten Aufgaben an.
Die Mannschaft weiß momentan einfach, dass sie so schnell nichts aus der Bahn wirft, stellte Rangnick nach dem verdienten 2:0-Erfolg bei Bundesliga-Absteiger Eintracht Frankfurt fest. Neun Siege in zehn Pflichtspielen - seit dem Engagement des eloquenten Fußball-Trainer am 29. September lehren die Schalker die Konkurrenz gewaltig das Fürchten. Und wir spielen noch lange nicht so, dass es nichts mehr zu verbessern gäbe. Es geht also noch besser, sagte Rangnick im Interview mit dem Fachmagazin Kicker.
Mit einem Heimsieg am Samstag gegen Hertha BSC könnten die Königsblauen sogar den Sprung auf den Bundesliga-Thron schaffen - und das, nachdem Rangnick die Mannschaft auf dem 15. Rang von Vorgänger Jupp Heynckes übernommen hatte. Bayern-Präsident Franz Beckenbauer rechnet die Gelsenkirchener bereits zu den Titelkandidaten. Allerdings: Wie gehen sie mit Rückschlägen um? Bayern und Bremen sind erfahrener, meinte er. Doch Coach Rangnick ist nicht bange: Viele in dieser Mannschaft haben noch nicht so viele Titel gewonnen. Deshalb lehnen sich die Spieler in der jetzigen Situation auch nicht zurück.
Derweil basteln die Vereinsverantwortlichen um Manager Rudi Assauer am weiteren Erfolg des ehemaligen Meisters der Herzen. So sollen die Schalker nach Kicker-Informationen großes Interesse am Bremer Nationalspieler Fabian Ernst haben. Ernst wäre neben Torwart Frank Rost, Torjäger Ailton und Abwehrspieler Mladen Krstajic bereits der vierte Spieler aus Bremen.
Nur als Zuschauer von der Bank aus erlebte Ailton das Eigentor durch Frankfurts Markus Husterer und Mike Hankes Treffer eine Viertelstunde nach dessen Einwechslung. Wenn man absolut gleichwertige Spieler hat, ist es wichtig, ihnen schon mal eine Auszeit zu geben, erklärte Rangnick. Vor der Mannschaftsbesprechung hatte er den Angreifer über sein Vorhaben informiert. Dass der Brasilianer in der Pause seine Späße mit den Balljungen trieb und sich als Torwart übte, störte seinen Coach nicht. Lasst ihn doch auf der Torlatte balancieren, solange er nicht runterfällt und sich verletzt, meinte Rangnick.
Aus dem Gleichgewicht dürfte das erneute Aus im Achtelfinale - seit der Saison 1992/93 kam die Eintracht nicht mehr über die Runde der besten 16 hinaus - die Frankfurter auch nicht bringen. Wenngleich die Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel nach dem kurzen Zwischenhoch durch den ersten Sieg nach vier Pleiten in der Meisterschaft deutlich ihre Grenzen aufgezeigt bekam. Wir müssen einfach anerkennen, dass der Klassenunterschied klar zu sehen war, sagte der Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen.
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