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Katzenjammer bei den Löwen | 2004-11-11


München - Der TSV 1860 München steckt in einer schweren sportlichen Krise, doch Rudi Bommer wirft die Flinte nicht ins Korn. Jetzt erst recht. Ich bin keiner, der aufgibt, sagte der Löwen-Trainer angesichts der auch für ihn bedrohlichen Lage.

Mit acht Punkten Rückstand auf einen Aufstiegsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga ist die sofortige Rückkehr ins Oberhaus derzeit kein Thema beim Münchner Traditionsclub, doch Bommer demonstriert vor dem Heimspiel gegen Rot-Weiß Oberhausen Stärke. Wir müssen sehen, dass wir schnell eine Situation schaffen, um wieder nach oben zu kommen, fordert der 47 Jahre alte Coach.

Von der Stimmungs- und Panikmache einer Münchner Boulevardzeitung lässt sich Bommer nicht beeindrucken. Ich habe keine Angst um meinen Job, sagte der sechsmalige A-Nationalspieler, der bei den Vereins- Oberen noch das volle Vertrauen genießt. Der Trainer steht nicht zur Debatte, betonte Präsident Karl Auer, übte aber gleichzeitig Druck aus: In den nächsten fünf Spielen müssen drei Siege her, sonst wird es ganz schwer mit dem Aufstieg.

Auch Roland Kneißl, in Sorge um eine ungestörte Mitgliederversammlung in zwei Wochen, nahm Bommer in die Pflicht: Wenn wir die nächsten zwei Spiele nicht gewinnen, dann wirds turbulent, meinte der Manager, der aus den bisher enttäuschenden Leistungen einiger Neuzugänge wie Karlheinz Pflipsen oder Slobodan Komljenovic die Konsequenzen ziehen will. Auf verschiedenen Positionen werde man sich nach neuen Spielern umsehen.

Gegen RWO müsste 1860 das aktuelle Personal reichen. Mit nur einem Punkt auf fremden Plätzen ist der Tabellenletzte zweitschlechtestes Auswärtsteam. 1860 könnte mit einem Sieg und dem Sprung auf Platz fünf vorübergehend für Ruhe sorgen, wenn in den anderen Freitags- Spielen Wacker Burghausen in Erfurt und der 1. FC Saarbrücken bei der SpVgg Greuther Fürth leer ausgehen. Drei Punkte sind fällig, sagte Fürths Trainer Benno Möhlmann nach drei sieglosen Spielen in Serie.

Bestimmt wird der 13. Spieltag vom Duell um die Tabellenführung zwischen den derzeit erfolgreichsten Zweitliga-Teams. Der seit fünf Partien ungeschlagene MSV Duisburg will gegen Energie Cottbus mit dem siebten Sieg im siebten Heimspiel zumindest kurz den Platz an der Sonne genießen, ehe der ebenfalls seit fünf Spielen unbesiegte Spitzenreiter 1. FC Köln zum Abschluss der Runde bei der SpVgg Unterhaching aufkreuzt. Die Hachinger haben seit dem 13. September (0:2 gegen Aachen) zu Hause nicht mehr verloren.

Im Duell der Pokal-Verlierer zwischen Eintracht Trier und Eintracht Frankfurt hofft der Bundesliga-Absteiger nach dem 2:0 gegen Aue am vergangenen Spieltag auf einen weiteren Schritt aus der Krise. Die Begegnungen von UEFA-Cup-Teilnehmer Alemannia Aachen gegen den auswärts sieglosen Neuling Rot-Weiß Essen, Erzgebirge Aue gegen den seit fünf Spielen ungeschlagenen Karlsruher SC und LR Ahlen gegen Aufsteiger Dynamo Dresden runden den Sonntags-Spieltag ab.


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