Salatschüssel: Von Viktoria zur Meisterschale | 2007-05-18
Stuttgart - Die meisten europäischen Fußballer recken als Siegertrophäe einen Pokal in die Höhe, der deutsche Meister freut sich über eine Salatschüssel. Die begehrte silberne Meisterschale wurde 1949 angefertigt und ersetzte die im Zweiten Weltkrieg verschollene Viktoria.
Der erste Nachkriegsmeister 1. FC Nürnberg musste 1948 ganz ohne Siegertrophäe auskommen. In ihrer jetzigen Fassung hat die Schale einen Durchmesser von 59 Zentimetern, wiegt etwa 11 Kilogramm und ist mit insgesamt 21 kleinen Turmalin- Edelsteinen von 247 Karat besetzt. Den Materialwert beziffert der Deutsche Fußball-Bund (DFB) auf etwa 25 000 Euro.
Auf der Meisterschale sind alle Deutschen Meister seit 1903 eingraviert, beginnend mit dem VfB Leipzig. 1981 wurde die Trophäe mit einem zusätzlichen Silberring vergrößert, da kein Platz mehr vorhanden war, um weitere Titelgewinner einzugravieren. Allerdings reicht dieser zusätzliche Ring nur bis 2011 aus.
Von der Meisterschale existieren mehrere Duplikate, die sich im Besitz jener Vereine befinden, die mehrfach Meister geworden sind. Haben am letzten Spieltag mehrere Mannschaften eine Meisterschafts- Chance, kommen die Duplikate zum Einsatz. Das Original ist als Wanderpokal jeweils im Besitz des aktuellen Meisters.