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FC Bayern AG erstmals mit Verlust | 2004-11-19


München - Drei Jahre nach ihrem Start musste die FC Bayern München AG erstmals einen Verlust ausweisen. Die Finanzkraft des Bundesliga-Krösus, der seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2003/04 um 2,2 Prozent auf 166,3 Millionen steigern konnte, ist allerdings trotz des Minus von 3,4 Millionen Euro ungebrochen.

Begründet wurde der Verlust bei der in München von Präsident Franz Beckenbauer geleiteten ordentlichen Jahreshauptversammlung des Gesamtvereins mit einer Steuernachforderung von 6,25 Millionen Euro, gegen den die Bayern-AG allerdings noch ankämpft.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister sei ein kerngesunder Verein, betonte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge vor rund 1100 Mitgliedern und dem mit großem Beifall bedachten Cheftrainer Felix Magath. Wir haben keinen Kapitalbedarf und brauchen auch keinen Herrn Homm, bemerkte Rummenigge in Anspielung auf die hohen Schulden des Bundesligisten Borussia Dortmund, dem einzigen börsennotierten deutschen Fußballverein. Präsidiumswahlen standen beim größten deutschen Sportverein mit inzwischen fast 100 000 Mitgliedern nicht an. Beckenbauers vierte Amtszeit endet 2006.

Trotz einer Saison ohne Titelgewinn erwirtschaftete die AG im zurückliegenden Geschäftsjahr einen operativen Gewinn von 22,9 Millionen Euro. Der Verlust wurde durch die Steuernachforderung für die Jahre 1997 bis 2001 verursacht. Gegen diese Nachzahlung an das Finanzamt, die im Zusammenhang mit den Spielergehältern stehe, haben die Bayern Widerspruch eingelegt. Sie wollen notfalls sogar vor das Finanzgericht gehen, wie Vorstand Karl Hopfner ankündigte. Nur 200 000 Euro der Nachforderung habe man anerkannt.

Die Umsatzsteigerung um 3,6 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr, als 162,7 Millionen Euro erlöst worden waren, ergab sich überwiegend aus größeren Einnahmen im Spielbetrieb und dem Haupteinnahmeposten Sponsoring. Rückläufig seien Merchandising und Fernseheinnahmen. Mit flüssigen Mitteln von 26,9 Millionen Euro und Finanzanlagen von rund 100 Millionen Euro steht der Rekordmeister unverändert gut da und kann - wie vor dieser Saison bei der Verpflichtung von Weltmeister Lucio (12 Mio Euro Ablöse) und Nationalspieler Torsten Frings (9) - auch in Zukunft teure Spieler- Transfers tätigen.


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