Hamburg - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) erwartet bei der geplanten Absage der Amerika-Reise der deutschen Auswahl im nächsten Jahr keine Regressansprüche.
DFB-Sprecher Harald Stenger widersprach einem Bericht des Kicker, wonach dem Verband Entschädigungszahlungen in Millionenhöhe drohen. Es gab Vorgespräche mit potenziellen Gegnern, aber keine Vertragsabschlüsse, versicherte Stenger. Das Fachmagazin hatte hingegen behauptet, dass es mit den Verbänden aus Mexiko und den USA bereits vertragliche Vereinbarungen über Spiele gegen die DFB-Auswahl im Dezember 2005 gebe.
Assistenztrainer Joachim Löw bekräftigte die ablehnende Haltung der neuen sportlichen Führung zu der noch in der Ära Rudi Völler ausgedachten Tour. Diese Amerika-Reise wird höchstwahrscheinlich nicht stattfinden, sagte er. Stattdessen wolle man den Spielern Gelegenheit geben, sich vor der WM im eigenen Land mit einer längeren Winterpause zu erholen.
Einen entsprechenden Vorschlag will Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff bei der Tagung der Bundesliga-Manager in Frankfurt unterbreiten. Schließlich müssen die Nationalspieler bei der Asienreise vom 13. bis 22. Dezember und beim Confederations-Cup im Juni 2005 bereits Überstunden leisten, während die Profikollegen die Spielpause zur Regeneration nutzen.
Bislang sind während der WM-Saison lediglich zwei Länderspiele fest terminiert. Am 17. August gastiert die DFB-Auswahl in den Niederlanden. Am 12. November trifft sie in Paris auf Frankreich, wenn die Franzosen nicht am selben Tag Relegationsspiele in der WM-Qualifikation bestreiten müssen.
Unterdessen fordert Bayer 04 Leverkusen in der Frage des WM-Trainingslagers, dass sich der DFB bewegt. Bundestrainer Jürgen Klinsmann und der DFB sollen sagen, was sie wollen. Ich erwarte, dass die Sache endlich geklärt wird, sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser vor dem Abflug des Bundesligisten zum Champions-League-Spiel bei Real Madrid. Klinsmann habe am Strand von Los Angeles genug Zeit, um sich fruchtbare Gedanken zu machen, meinte Holzhäuser verärgert. Der DFB hatte sich unter Völler für die Leverkusener BayArena als WM-Trainingsstätte 2006 entschieden und dies vertraglich mit Bayer 04 fixieren lassen.
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