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Nürnberg droht dem FC Bayern | 2004-12-02


Nürnberg - Der 1. FC Nürnberg mobilisiert alle Kräfte, doch der FC Bayern München lässt sich von den fränkischen Muskelspielen vor dem 170. Derby nicht beeindrucken.

Ich wünsche den Nürnbergern, dass sie die Klasse erhalten, sagt Felix Magath, nimmt dem Club aber jede Hoffnung, das Frankenstadion als Sieger zu verlassen. Wir fahren nach Nürnberg, um drei Punkte zu holen und an der Spitze zu bleiben. Kollege Wolfgang Wolf rechnet sich im Fußball-Duell David gegen Goliath durchaus Chancen aus, dass wir dem FC Bayern ein Bein stellen können. Der größte Sieg ist immer der gegen Bayern, die sich den Neid der Liga hart erarbeitet haben.

Die Bayern lassen die forschen Töne aus Franken kalt. Von den restlichen Spielen ist das in Nürnberg sicher das schwerste, gestand der Vorstands-Vorsitzende Karl-Heinz Rummenigge, aber wir wollen gewinnen, damit wir Herbstmeister werden. Aber mit Kampf und Einsatz will der Club dem Starensemble aus München einen Strich durch die Rechnung machen. Meine Mannschaft muss mit Herzblut und Leidenschaft spielen, forderte Wolf, den die jüngsten Verbal-Attacken aus Bayern nicht in Verlegenheit brachten.

Wir werden Olli Kahn so beschäftigen, dass er beide Hände braucht, antwortete der Club-Coach auf die Sticheleien von Münchens Torwarttrainer Sepp Maier, der via Bild-Zeitung kundtat: Gegen den Club langt dem Olli doch eine Hand. Kahn wird trotz Kapselverletzung am Ringfinger im Tor stehen, auch Claudio Pizarro (Virus-Infektion) und Thomas Linke (Knieverletzung) dürften einsatzfähig sein. Beim Gegner ist der Einsatz von Tomasz Hajto (Knöchelverletzung) sehr fraglich. Angeschlagen sind Torhüter Raphael Schäfer, Kapitän Tommy Larsen, Torjäger Marek Mintal und Robert Vittek. Sven Müller plagt ein Grippe-Virus.

Für Felix Magath ist das 43. Bundesliga-Derby eine Reise in die Vergangenheit. In der Spielzeit 1997/98 führte er den damals zweitklassigen Club in die erste Liga zurück. Als er sich mit Präsident Michael A. Roth über einen neuen Vertrag und neue Spieler nicht einig wurde, zog Magath die Konsequenzen und heuerte einige Monate später bei Werder Bremen an. Magath erinnert sich aber gerne an sein Franken-Gastspiel: Die Zeit in Nürnberg war in Ordnung.

Weil die Bayern dem Club in allen Bereichen davongeeilt sind, genießen die Franken auch heute noch den bisher größten Triumph über den Rivalen. Fast auf den Tag genau vor 37 Jahren, am 2. Dezember 1967, fegten die Nürnberger mit Franz Brungs als fünffachem Torschützen die Stars um Sepp Maier, Franz Beckenbauer und Gerd Müller vom Platz. Der letzte Heimerfolg der Cluberer liegt mehr als fünf Jahre zurück. Am 15. Mai 1999 sorgten Sasa Ciric und Martin Driller für den 2:0-Sieg. In der Gesamtbilanz liegen die Bayern mit 76 Siegen bei 30 Unentschieden und 63 Niederlagen vorne.


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