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Klinsmann: Das haut uns nicht um | 2004-12-19


Was empfinden Sie nach der ersten Niederlage als Bundestrainer?

Klinsmann: In allererster Linie ist man nach einer Niederlage enttäuscht, denn keiner verliert gerne. Aber dennoch sind wir hochzufrieden, wie die Mannschaft aufgetreten ist. Wir haben klar den Ton angegeben, die Südkoreaner haben sich teilweise mit einer Achterkette hinten reingestellt. Wir müssen eben schlucken, dass wir ausgekontert wurden. Aber in punkto Spielweise und Engagement gibt es nichts auszusetzen.

Wie gehen Sie mit dieser ersten Niederlage um?

Klinsmann: Das haut uns nicht um und tut uns in keiner Weise einen Abbruch. Wir gehen mit ihr um wie wir zuvor mit den Siegen umgegangen sind. Wir versuchen daraus zu lernen. Die ganze Reise steht unter dem Aspekt der Weiterentwicklung der Mannschaft, da ist solch ein Erlebnis vielleicht gar nicht schlecht. Die Mannschaft hat schon auf dem Platz nach dem 0:1 eine gute Reaktion gezeigt, indem sie noch mehr Druck gemacht hat. Dass hier und da Leerlauf war, ist normal.

Sie haben beim Stand von 1:1 in Schweinsteiger einen Mittelfeldspieler ausgewechselt und in Podolski eine dritte Spitze gebracht. War dieser Systemwechsel ein Grund für die Niederlage?

Klinsmann: Das denke ich nicht. Wir wollten mit der Einwechslung das Spielfeld breiter machen, weil die Südkoreaner ja massiv hinten drin standen. Wir hatten ja auch genügend Chancen, zum Beispiel der verschossene Elfmeter. Man kann diskutieren, ob fehlende Konzentration oder fehlendes Glück dafür verantwortlich waren, dass wir sie nicht genutzt haben. Wichtig aber war, dass wir die Chancen herausgespielt haben. Beim nächsten Mal gehen sie rein.

Das nächste Mal ist bereits das Spiel in Thailand. Welche Konsequenzen ziehen Sie?

Klinsmann: Die Mannschaft wird ein ganz anderes Gesicht haben. Die, die jetzt in Japan und Südkorea zwei Mal durchgespielt haben, werden pausieren. Das sind Ballack, Schneider, Ernst, Wörns und Klose. Für Kahn kommt Hildebrand ins Tor. So war es von Anfang an geplant, so wird es gemacht. Per Mertesacker rückt in die Innenverteidigung, gemeinsam mit Arne Friedrich.

Friedrich gab sein Debüt unter ihrer Regie und war an allen drei Gegentoren beteiligt. Sehen Sie seine Zukunft immer noch in der Innenverteidigung?

Klinsmann: Er hat seinen Job gut gemacht. Für uns ist es wichtig, dass er endlich zu uns gestoßen ist, denn wir halten große Stücke auf ihn. Er muss nach der Verletzungspause in seinen Rhythmus kommen, den hat er noch nicht.

Geben die drei Gegentreffer der Torwart-Diskussion neue Nahrung?

Klinsmann: Nein, Oliver Kahns Leistung war absolut in Ordnung. An den Gegentoren konnte er überhaupt nichts machen. Und die Probleme von Jens Lehmann werden wir nach der Reise angehen. Ich werde Arsene Wenger anrufen und auch Jens, um zu erfahren, was da bei Arsenal London eigentlich los ist.


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