Rom - Der AC Mailand hält auch im neuen Jahr Kurs auf die Titelverteidigung. Mit 5:2 überrollte Milan am Dreikönigstag US Lecce, während Spitzenreiter Juventus Turin mit einem 1:1 beim Tabellenvorletzten AC Parma wieder Punkte einbüßte.
Milan bläst zur Aufholjagd, titelte die La Gazzetta dello Sport am Freitag nach dem 17. Spieltag der Serie A. Nur noch zwei Punkte trennen den Meister (38) von Juve (40). Der Rest des Feldes ist abgeschlagen.
Sportlich geben Juve und Milan in Italiens Fußball so klar den Ton an, dass selbst das Lokalderby zwischen den einstigen Top-Clubs Lazio und AS Rom am späten Donnerstagabend zum lokalen Ereignis schrumpfte. Dass Lazio Rudi Völlers Ex-Club klar mit 3:1 schlug, sorgt nur noch in der Ewigen Stadt für Gesprächsstoff. Rom (23) als Tabellen-Achter und Lazio (20) als Zwölfter haben mit der Spitze nichts mehr zu tun.
Held des Derbys war der 36-jährige Paolo Di Canio. Mit seinem Auftakttreffer zur 1:0-Führung leitete er den Lazio-Sieg ein, den er dann auch gleich klar für sich markierte: Ich wollte diesen Sieg und ich habe ihn bekommen. Jetzt bin ich ein glücklicher Mann, sagte Di Canio, der sich schon Tage vor dem Derby Wortgefechte mit Roma- Kapitän Francesco Totti geliefert hatte. Die angeheizte Stimmung war auch auf dem Platz unverkennbar. Die haben Rugby gespielt, klagte Roma-Trainer Luigi Del Neri über Lazios harte Gangart.
Bei Juves Auftritt in Parma ging es zwischen den Mannschaften fairer zu. Dafür lieferten sich nach dem Abpfiff mit Stöcken bewaffnete Fans beider Teams eine handfeste Prügelei auf dem Rasen. Hier haben wir eine Chance vergeben, klagte Torwart Gianluigi Buffon nach der Punkteteilung, während sich Trainer Fabio Capello demonstrativ gelassen gab. Ich bin zufrieden, erklärte der Coach zum Erstaunen der Fans.
Auf und abseits des Platzes friedlich blieb es in Mailand, wo Milan die Süditaliener aus Lecce förmlich auseinander nahm. San Siro singt Crespo-Gol, bejubelte die La Gazzetta dello Sport das Torfestival, bei dem Hernan Crespo mit drei Treffern zum Superstar avancierte. Neben dem Argentinier, der es mittlerweile auf 114 Tore in der Serie A gebracht hat, präsentierte sich die gesamte Mannschaft in Top-Form. Alle waren großartig, lobte Milan-Trainer Carlo Ancelotti.
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