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Regionalligisten uneins über Reformvorschläge | 2005-01-19


Leipzig - Durch die Fußball-Regionalliga ziehen sich tiefe Gräben. Es ist wie Wein und Wasser zusammen zu bringen, sagte Klaus Reichenbach, Beauftragter der Nordvereine.

Auch nach den von der Spielklassen-Kommission des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gemachten ersten Reform-Vorschlägen hinsichtlich der Altersstruktur der Amateurmannschaften von Bundes- und Zweitligisten in der dritten Liga ebbt die kontroverse Diskussion nicht ab. Das reicht nicht aus, kritisierte Wolfgang Loos, Manager von Eintracht Braunschweig.

Die zweiten Mannschaften der Lizenzvereine sollen ab der kommenden Saison zu U-23-Mannschaften werden, um den Ausbildungscharakter zu stärken. Nur noch maximal drei Spieler über 24 Jahre dürfen zeitgleich auf dem Platz stehen. Zudem sollen mindestens vier Spieler unter 23 Jahre sein. Das ist aber nur eine Baustelle, argumentierte Uwe Wiesinger, Sprecher der Regionalliga Süd.

Die Vorschläge machen mich nicht glücklich. Die Wettbewerbsverzerrung bleibt, erklärte Loos, dem die Diskussion über finanzielle Rahmenbedingungen bislang fehlte. Loos, ein vehementer Vorreiter in Sachen Regionalliga-Reform, warnte mit Blick auf die kommende Spielzeit vor noch mehr Amateurteams in der dritten Liga. In den neun Oberligen stehen sechs Reservemannschaften der Bundesligisten auf Platz eins oder zwei, betonte er. Derzeit spielen in der Regionalliga Nord bereits sieben Amateurteams, im Süden vier.

Die Offenbacher Kickers sehen nur eine Möglichkeit, sich dem Dilemma zu entziehen. Aufsteigen und dieser Klasse entfliehen, sagte Manager Rüdiger Lamm. Er wolle die ersten Schritte nicht zerreden, betonte aber zugleich: Wenn beispielsweise die Bayern-Amateure gegen den Abstieg in der Regionalliga spielen würden, könnten sie laut den neuen Regeln weiter Ballack, Makaay und Lucio auflaufen lassen.

Doch es gibt auch Befürworter der von der Spielkommission gemachten ersten Vorschläge. Wir praktizieren dies bereits. Von unserer letztjährigen Meistermannschaft haben wir einige Spieler abgegeben und dafür elf A-Jugendliche neu integriert, sagte Werner Kern, Leiter des Junior-Teams des FC Bayern München.

Beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Osnabrück im vergangenen Oktober wurden Stimmen laut, den Amateurteams eine eigene Liga zu geben. So etwas ist schon einmal kläglich gescheitert. Der Busfahrer musste mitspielen, damit wir überhaupt genügend Mann waren, meinte Kern, damals Chef-Coach des 1. FC Nürnberg.

Wenn unser Torhüter Michael Rensing nicht jede Woche den Druck spüren könnte, wie soll er bei einer Verletzung von Oliver Kahn in der Bundesliga bestehen, fragte Kern. Ähnlich äußerte sich Wolf Werner, Nachwuchsmanager des SV Werder Bremen: Unsere Talente müssen raus auf die Wildbahn. Und wer gegen eine Ausbildungsmannschaft nicht besteht, hat einfach nicht die Klasse.


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