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Takahara: Heimsieg gegen Deutschland möglich | 2004-12-14


Yokohama - Echtes Insiderwissen über die Stärken und Schwächen der deutschen Nationalspieler hat nur Naohiro Takahara.

Seit zwei Jahren stürmt der 25 Jahre alte Japaner für den Hamburger SV und hat vor allem eine Erkenntnis über den deutschen Fußball gewonnen: Die Defensive ist ganz stark, als Angreifer hat man es schwer. Mit der Empfehlung von 26 Toren in 27 Partien kam Takahara im Januar 2003 als Torschützenkönig der J-League an die Elbe. In 59 Bundesliga-Einsätzen traf er dann nur acht Mal. Trotz des Respekts vor den deutschen Tugenden wagt er für die Partie eine positive Prognose: Ein Heimsieg ist möglich.

Vor 70 000 Zuschauern wollen die Asiaten im Yokohama International Stadium ihre Teamstärke ausspielen, mit der sie souverän durch die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2006 marschieren. Sechs Siege in sechs Partien sprechen für sich. Wir haben eine junge und schnelle Mannschaft, die zu einer Einheit zusammengewachsen ist, sagt Takahara, der in Japan überall auf der Straße erkannt wird. Er genießt die Einsätze in der Nationalelf, die nicht immer selbstverständlich waren. Zwei Mal erlitt er nach Langstreckenflügen eine Lungenembolie, musste immer wieder medikamentös behandelt werden. So verzichtete er schweren Herzens auf Olympia in Athen.

In seinem 32. Einsatz für sein Heimatland möchte Taka, wie er in Hamburg gerufen wird, einen Treffer erzielen und sich damit bei seinem Trainer Zico bedanken. Der hielt immer zu ihm, auch als Takahara beim HSV auf der Bank saß und sogar in der Regionalliga aushelfen musste. Gegen Oliver Kahn macht sich der emsige Angreifer berechtigte Hoffnungen auf einen Torerfolg: Am 9. Februar 2003 erzielte er seinen ersten Bundesliga-Treffer und beendete damit Kahns Serie von mehr als 800 Minuten ohne Gegentor mit einem Kopfball zum 1:1-Endstand in der 90. Minute.

Dass der HSV mit Takahara trotz der wenigen zählbaren Erfolge zufrieden ist, liegt an seiner Art Fußball zu spielen und zu leben. Er ist ein Vorbild an Fleiß, das wird sich irgendwann auszahlen, sagt Trainer Thomas Doll, der ihn zum Stammspieler machte. Beim Bundesliga-Neunten streitet man vehement ab, dass der bescheidene Stürmer vor allem eine Werbe-Ikone ist. Mit der Verpflichtung gingen allerdings die Sponsorenverträge mit den asiatischen Fotofirmen Casio und Olympus einher.

Es ist kein Geheimnis, dass Sportchef Dietmar Beiersdorfer wahrscheinlich schon im Winter eine Option ziehen und mit Takahara verlängern wird. Ich habe noch nichts Konkretes gehört, würde aber sehr gern in Hamburg bleiben, sagt der Asiate, der sich für 2005 vor allem eins vorgenommen hat: Ich muss ruhiger vor dem Tor werden.


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