Seoul - Für Südkorea ist das Länderspiel gegen Deutschland in Busan mehr als nur ein Freundschaftsspiel. Vor zweieinhalb Jahren erlitten Südkoreas Fußballer in Seoul eine 0:1-Niederlage gegen das DFB-Team.
Bei der Wiederauflage der WM-Halbfinalbegegnung von 2002 im eigenen Land erhält die koreanische Mannschaft nun die Gelegenheit zu einer Revanche. Seit dem Höhenflug beim WM-Turnier zeigte das Team jedoch eine sehr unbeständige Leistung. Mit dem Niederländer Jo Bonfrere, der seit Juni Nationaltrainer ist, soll die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Das Land hat dabei die WM in Deutschland 2006 fest im Blick.
Das Spiel gegen Deutschland gilt in Südkorea vor allem auch als Test für den derzeitigen Leistungsstand des Nationalteams. Deutschland ist die erste ganz starke Mannschaft, gegen die Südkorea unter der Leitung von Bonfrere antritt. Obwohl eine gehobene Stimmung herrscht, ist die Chance für den Gastgeber, Revanche an der europäischen Fußballmacht zu nehmen, gering, schrieb die Zeitung Korea Times am Freitag. Die besondere Aufmerksamkeit der Medien gilt Michael Ballack, der mit seinem Tor Südkorea 2002 aus dem Turnier schoss. Vor Ballack müsse sich die Mannschaft besonders in Acht nehmen, schrieb die Zeigung Dong-A Ilbo nach dem Sieg der Deutschen gegen Japan (3:0).
Für die starken Formschwankungen des WM-Vierten gibt es in Südkorea zahlreiche Erklärungen. Das Team befinde sich in einer Übergangsphase, meint Song Ki Ryong vom Koreanischen Fußballverband (KFA) in Seoul. Die Integration neuer Spieler sei bisher nicht zufrieden stellend gewesen. Darüber hinaus hätten sich Trainer-Wechsel auch auf die Atmosphäre im Team ausgewirkt.
Zwar hat Südkorea die erste Asien-Qualifikationsrunde für die WM 2006 ohne Niederlage überstanden - spielerisch aber wenig überzeugt. Ein torloses Unentschieden gegen den Fußballzwerg aus den Malediven in der Qualifikationsrunde kostete dem Portugiesen Humberto Coelho den Job als Nationaltrainer.
Wie im deutschen Team könnte auch auf südkoreanischer Seite das Spiel für einige junge Spieler zur ersten Bewährungsprobe im Nationaltrikot werden. Bonfrere muss auf einige bewährte Spieler wie Ahn Jung Hwan und Lee Young Pyo verzichten, die im Ausland ihr Geld verdienen. Nach koreanischen Medienberichten wird jedoch Cha Do Ri von Eintracht Frankfurt voraussichtlich von Anfang an zum Einsatz kommen. Vier neue Spieler hat Bonfrere in den 20-köpfigen Kader für das Spiel in Busan berufen.
Anders als in Japan ist das Spiel im WM-Stadion der koreanischen Hafenmetropole allerdings noch nicht ausverkauft. Die KFA rechnete mit 35 000 bis 45 000 Zuschauer.
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