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Poldi: Trikot für Mutter | 2004-12-21


Bangkok - Seine lang ersehnte Tor-Premiere in der deutschen Nationalelf hat Lukas Podolski 10 Euro gekostet, dafür aber bei Jürgen Klinsmann neuen Kredit gebracht.

Das freut mich unheimlich für den Kerl. Endlich hat er das umgesetzt, was in ihm steckt, kommentierte der Bundestrainer die ersten beiden Länderspieltreffer des 19-jährigen Kölners beim 5:1 in Thailand. In sieben Länderspielen war Podolski diesem Erfolgserlebnis hinterher gelaufen, im achten machte es der Stürmer gleich doppelt. Das tolle Jahr hat für mich einen guten Abschluss gefunden, sagte Prinz Poldi strahlend. Erst nach 60 Minuten in Bangkok ins Spiel gekommen, schob er zunächst nach Vorarbeit von Kevin Kuranyi zum wichtigen 3:1 ein (73.), dann setzte er sich gegen zwei Gegenspieler durch und traf aus der Drehung (89.).

Die zehn Euro, die Podolski seinem Kollegen Bernd Schneider für den Tore-Fall versprochen hatte, zahlt der Kölner Junge nun gerne. Ich hau den Ball rein - und Ende, beschrieb der Jungstar in bekannter und ungekünstelter Art seinen Jahresabschluss 2004. Im Vorjahr hatte er noch in der A-Jugend gekickt, genau vor zwölf Monaten begann mit zwei Bundesliga-Treffern sein fast beängstigend steiler Aufstieg. Im Juni gegen Ungarn (0:2) feierte er bereits sein Debüt in der DFB-Elf, rutschte bei Ex-Teamchef Rudi Völler sogar mit ins EM-Aufgebot. Die zwei Treffer in Bangkok wertete Klinsmann jetzt als kleinen Durchbruch bei der Nationalmannschaft. Vielleicht gibt ihm das einen Schub für 2005, sagte der Bundestrainer.

Das Trikot, in dem er erstmals für Deutschland traf, hat Podolski nicht weggegeben. Da wartet meine Mutter schon drauf - und dann wird schön Weihnachten gefeiert, verriet der Stürmer, der in der Hinrunde für Köln in der 2. Liga trotz Verletzungs-Sorgen neun Mal getroffen hatte. Die Asien-Reise ordnete Podolski als bisherige Krönung seiner neuen Erlebniswelt ein: Es war eine tolle Reise. Hier kommt man nicht so schnell wieder hin. 63 Minuten gegen Japan nach eigener Meinung ganz ordentlich gespielt, gegen Südkorea mit Fehlpass den vorentscheidenden Gegentreffer verschuldet - und dann Doppel- Torschütze gegen Thailand. Das tut ihm gut, urteilte Klinsmann.

Mit seiner direkten und optimistischen Art hat sich Poldi im Schnelldurchlauf auch einen Stand bei den Kollegen erarbeitet. Er ist unheimlich akzeptiert in der Gemeinschaft. Er hat viel vor sich, muss aber auch noch viel lernen, betonte der Bundestrainer, der trotz 2. Liga keine Zweifel an den Chancen seines Jung-Stürmers lässt. Er muss durch gute Leistungen im Verein weiter auf sich aufmerksam machen, verlangte Klinsmann, der Podolski im Rajamangala- Nationalstadion von Bangkok mit der klaren Maßgabe auf den Platz geschickt hatte, Zug zum Tor aufzunehmen.

Genau das hat Podolski getan, und sich darüber hinaus sogar in ungewöhnlicher Weise als Diplomat ausgezeichnet. Auf die Frage nach den Umständen der Reise sagte der Torjäger direkt: Ich denke, die Asiaten haben für uns gestimmt in der WM-Frage - dafür mussten wir uns bedanken.


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