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Fußballer helfen mit Benefizspiel und Soforthilfe | 2005-01-04


München - Mit einem Benefizspiel der Nationalmannschaft gegen eine internationale Bundesliga-Auswahl und einem langfristigen Projekt des FC Bayern München hat der Fußball nach der Flutkatastrophe in Asien die Vorreiterrolle bei den Hilfsaktionen des deutschen Sports übernommen.

Schon drei Wochen vor dem Benefizspiel, das am 25. Januar in der Arena Auf Schalke ausgetragen wird, stellt der deutsche Fußball für die Seebeben-Opfer in Südostasien eine Soforthilfe von 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Die Verwendung des Geldes soll mit dem Krisenstab der Bundesregierung abgestimmt werden, teilten der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) in einer gemeinsamen Presseerklärung mit.

Angesichts des unfassbaren Leids und der schrecklichen Bilder, die uns alle erschüttern, ist der Fußball in der Pflicht zu helfen, erklärte DFL-Präsident Werner Hackmann zu der konzertierten Aktion des deutschen Fußballs. Der Fußball verbindet die Welt und damit die Menschen. Schon deshalb ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns in besonderem Maße engagieren, um die entsetzliche Not zu lindern und beim Wiederaufbau zu helfen, sagte DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder.

Rekordmeister Bayern München wird nicht nur mit einigen seiner Profis beim Spiel in Gelsenkirchen dabei sein. Als Soforthilfe spenden Verein und Mannschaft 300 000 Euro und übernehmen eine Patenschaft für ein Waisenhaus, ein Kinderheim oder eine Schule in Sri Lanka. Wir wollen versuchen, den Kindern und Menschen, denen durch die Flutkatastrophe so viel Leid entstand und deren Zukunft derzeit so ungewiss erscheint, die Hand zu reichen, und helfen, sagte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge. Bei der Starthilfe von 300 000 Euro wird es laut Manager Uli Hoeneß nicht bleiben: Wichtig sind langfristige Hilfen über den Moment hinaus.

Fieberhaft arbeiteten DFL und DFB an der Realisierung des Benefizspiels. Der FC Schalke 04 stellt sein Stadion kostenlos zur Verfügung, das ZDF unterstützt die Aktion mit der Übertragung der Partie, die um 19.30 Uhr angepfiffen werden soll. Sachfragen wie Eintrittskarten und Rahmenprogramm müssen noch geklärt werden. DFB und DFL haben im Dezember 2002 schon einmal gemeinsame Sache für Opfer eines damals nationalen Naturunglücks gemacht: Ein erstes Benefizspiel zwischen Nationalelf und einer Ausländerauswahl hatte ebenfalls in der Schalke-Arena 3,5 Millionen Euro zu Gunsten der Hochwasseropfer im Osten Deutschlands eingebracht.

Bayern München hat sich nach Gesprächen mit dem Auswärtigen Amt für eine Hilfsmaßnahme in Sri Lanka entschieden, wo die Not am größten ist, wie Rummenigge bemerkte. Vorstand und Mannschaft hatten am Montag spontan beschlossen, 300 000 Euro als erste Hilfe zur Verfügung zu stellen. Doch dabei wird es nicht bleiben, versprach Hoeneß, der persönlich 50 000 Euro spenden will. Wir wollen das Projekt über 10 oder 15 Jahre betreuen, jährlich nach dem Rechten schauen und immer wieder Kinder zu uns nach München einladen.

Das Leid dort ist so schlimm und traurig, dass es einfach unsere Aufgabe ist, helfend einzugreifen, sagte Nationalmannschafts- Kapitän Michael Ballack. Von den Bayern-Profis hatte Hasan Salihamidzic die Flutwelle hautnah miterlebt. Den Tsunami überstand der Bosnier beim Urlaub mit seiner Familie auf den weniger betroffenen Malediven zum Glück unbeschadet.

Auch andere deutsche Profi-Clubs helfen den Opfern in Asien: So haben der Zweitligist MSV Duisburg und der Bundesligist VfL Bochum angekündigt, den Reingewinn ihres Freundschaftsspiel am 16. Januar in der MSV-Arena einer geeigneten Organisation zur Opferhilfe und zum Wiederaufbau zu überweisen.

Das Präsidium des DFB hat zudem ein Spendenkonto für die Opfer der Flut in Südasien eingerichtet. Verbände, Vereine, Mitglieder und Fans können ihre Geldspenden dort einzahlen. Man wolle gewährleisten, dass die Hilfe schnell und an den richtigen Stellen ankomme.

Das DFB-Spendenkonto: Dresdner Bank Bankleitzahl: 500 800 00 Konto-Nr: 977 779 00.


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