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VfB-Chef Staudt droht mit Spielerverkäufen | 2005-01-10


Marbella - Dem VfB Stuttgart droht am Saisonende der Verlust von Nationalstürmer Kevin Kuranyi und Spielmacher Alexander Hleb, wenn sich die Mannschaft nicht für die Champions League qualifiziert.

Dann müssten wir die ganze Personalplanung und das Gehaltsgefüge den Verhältnissen anpassen. In den letzten Jahren ist der VfB viel Risiko gegangen, sagte Präsident Erwin Staudt im Trainingslager des Fußball-Bundesligisten im spanischen Marbella. Nach dpa-Informationen haben sowohl Kuranyi als auch Hleb in ihren bis 2008 laufenden Verträgen eine Ausstiegsklausel, wonach sie den Verein verlassen können, wenn der derzeitige Tabellendritte erneut nicht in die Königsklasse kommt.

Unterdessen hat sich Nationaltorhüter Timo Hildebrand auf seiner Homepage (www.timo-hildebrand.de) erstmals gegen Vorwürfe gewehrt, er würde seinen Arbeitgeber bei den Vertragsverhandlungen hinhalten. Unter der ironischen Überschrift Ich, der Abzocker und Vertragspokerer schreibt er: Denn jeder, der mich kennt, der weiß, dass ich meinen Verein nicht abzocken oder erpressen will, sondern mit ihm zusammen arbeite.

Der 25-Jährige bestreitet jegliche Verbindungen zum FC Bayern München: Das ist kein Thema für mich. Es gibt keinen Vorvertrag, keine Kontakte, niemand verhandelt oder wird verhandeln. Und wer etwas anderes behauptet, der lügt, will Unruhe stiften. Hildebrand bezeichnete Meldungen, wonach er Jahresgehälter in Höhe von bis zu 2,8 Millionen Euro verlange, als den totalen Wahnsinn.

Das erklärte Saisonziel von Trainer Matthias Sammer heißt zwar nach wie vor UEFA-Cup, doch der Tabellendritte ist nach den Vertragsverlängerungen von Kuranyi, Hleb, Andreas Hinkel und auch Kapitän Zvonimir Soldo sowie dem teuren Fehleinkauf von Hakan Yakin darauf angewiesen, wieder wie vor zwei Jahren in die Champions League einzuziehen.

Ansonsten können die Schwaben die Mannschaft in dieser Form nicht mehr halten. Wir dürfen aber nicht alle Kronjuwelen hergeben, warnte Staudt. Eine Menge Geld in die Kasse spülen würde der Verkauf von Kuranyi: Der 22-Jährige könnte für eine Ablösesumme von mindestens sechs Millionen Euro gehen. Der Weißrusse Hleb liebäugelt bereits seit längerem mit einem Wechsel ins Ausland. Während der derzeit verletzte Nationalverteidiger Philipp Lahm im Sommer ohnehin zum FC Bayern zurückkehrt, dürfte ein Abgang des bodenständigen Andreas Hinkel (Vertrag bis 2007) kein Thema sein.

Die Zeiten werden knochenhart, prophezeite Staudt für den Kampf der Bundesligisten um die begehrten Champions-League-Plätze. Die Teilnehmer könnten mit 20 Millionen Euro kalkulieren, der Sieger kassiere künftig zwischen 35 und 40 Millionen. Im Uefa-Cup werden vielleicht acht Millionen eingenommen, wenn man ganz weit kommt, meinte der frühere IBM-Manager und sprach von einer Zweiklassengesellschaft.

Unter anderem mit der ungewissen Situation des VfB begründete Hildebrand die Monate langen öffentlichen Diskussionen um die Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrags. Zuletzt hatte Sammer seinem Keeper ein Ultimatum bis zum Rückrundenstart gestellt. Im September 2004 habe ich vom neuen Management ein schriftliches Angebot bekommen. Wenig später wurde mir mitgeteilt, ich möge noch warten, man werde das Angebot noch mal überarbeiten und ein anderes vorlegen. Im Oktober 2004 habe ich dann die neue Version bekommen, erklärte Hildebrand.


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