London - Jens Lehmann will trotz seiner Degradierung zum Ersatztorwart beim FC Arsenal bleiben und um seinen Stammplatz kämpfen.
Mir gefällt es hier. Ich bin vor drei Jahren gekommen und kann noch drei Titel gewinnen, sogar in dieser Saison, sagte der 35 Jahre alte deutsche National-Keeper in London. Vorher möchte ich nicht gehen. Ich sehe keinen Grund dafür. Arsenal-Trainer Arsene Wenger hatte in den letzten Spielen der Premier League dem acht jüngeren Spanier Manuel Almunia der seit Wochen an Stelle von Lehmann zwischen den Pfosten steht, als Nummer 1 der Gunners den Vorzug gegeben.
Wenger plant mit Jens Lehmann als Ersatz-Torwart und rechnet mit dessen Abschied vom FC Arsenal spätestens zum Saisonende. Ich weiß, dass Lehmann um seine Rückkehr ins Tor kämpfen wird, aber mit dem Ziel der WM vor Augen glaube ich nicht, dass er glücklich sein wird, als Nummer 2 hier zu bleiben. Die WM ist ein Problem für ihn und für mich, sagte der Coach des englischen Fußball-Meisters dem Fachblatt kicker über den 35-jährigen Schlussmann.
In seinen ersten zwei, drei Spielen war er nicht so gut. Aber danach hat er Charakterstärke bewiesen. Deshalb ist er jetzt unsere erste Wahl, sagte der französische Trainer über Almunia, der die letzten neun Punktspiele Lehmann im Tor verdrängt hat. Der Deutsche durfte zwar im FA-Cup gegen den Zweitligisten Stoke City (2:1) spielen, konnte sich aber nicht auszeichnen und muss wieder für Almunia weichen. Wenger hatte schon vorher klargestellt: Die Nummer 1 spielt in der Meisterschaft, die Nummer 2 im Pokal.
Sollte sich daran auf absehbare Zeit nichts ändern, dürfte Lehmann mit Blick auf seine Nationalmannschafts-Ambitionen Probleme bekommen. Bundestrainer Jürgen Klinsmann hatte angedeutet, dass Lehmann nur bei entsprechenden Leistungsnachweisen im Verein Chancen auf eine Teilnahme an der WM 2006 in Deutschland hat. Zudem hatte er erklärt, dass er sich vor dem nächsten Länderspiel am 9. Februar in Düsseldorf gegen Argentinien bei Wenger über den Grund für Lehmanns Degradierung erkundigen wolle. Der Ex-Schalker und - Dortmunder war im vergangenen Jahr hinter Oliver Kahn (FC Bayern München) und vor Timo Hildebrand (VfB Stuttgart) die Nummer 2 in der DFB-Auswahl.
Lehmann selbst sagt zu seiner derzeitigen Situation nichts. Auch nach dem FA-Cup-Spiel schritt er kommentarlos von dannen. Wenger hingegen hatte lobende Worte für den Deutschen parat, dessen Lage er schwierig nannte. Dies war ein Albtraum-Spiel für einen Torwart. Er hatte wenig zu tun, musste aber das ganze Spiel über auf der Hut sein. Aber er hat alles richtig gemacht.
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