Leipzig - Der FC St. Pauli steht mit einem Bein in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Der Tabellenführer der Regionalliga Nord setzte sich bei Rot-Weiß Erfurt mit 3:0 durch und kann bei sechs Zählern Vorsprung vor dem ersten Nicht-Aufstiegsplatz für den bezahlten Fußball planen.
Dagegen vergab der zweitplatzierte 1. FC Magdeburg (59) am Samstag den ersten Matchball. Vor heimischer Kulisse kam er gegen Bayer Leverkusen II nur zu einem 1:1-Remis, so dass die nachfolgenden Teams aufholen konnten.
Diese machten ihre Hausaufgaben und gewannen ihre Heimspiele. Durch den 3:2-Erfolg gegen Holstein Kiel ist nun der VfL Osnabrück (55) wieder ernsthaftester Verfolger, aber auch Dynamo Dresden (54) wittert nach dem 3:0 gegen Kickers Emden wieder Zweitligaluft. Selbst der fünftplatzierte Wuppertaler SV Saison nach dem 5:2-Sieg gegen den SV Wilhelmshaven (54) zwei Spieltage vor dem Ende der Saison wieder im Rennen.
Dank dreier Tore in nur zehn Minuten konnten die Kiez-Kicker ihren ersten Sieg in den neuen Bundesländern seit 2001 feiern. Mit den Aufstiegs-Feierlichkeiten müssen sie jedoch bis mindestens nächste Woche warten - genauso wie der 1. FC Magdeburg. Beihilfe durch die Konkurrenz vorausgesetzt, hätten er bereits den Aufstieg klar machen können. Doch weder mehr als 70 Minuten Überzahlspiel noch die späte 1:0-Führung reichten letztlich zum Sieg, wodurch die Elbestädter nun wieder um den die Zweitklassigkeit bangen müssen. Ich nehme das Spiel meinen Jungs nicht übel, doch es ist ärgerlich, dass wir den Sieg so spät noch verschenkt haben, sagte Trainer Dirk Heyne. Wir haben es jedoch selbst in der Hand, betonte er. Für Leverkusen, dass einen Abwehrfehler durch Marius Schultens in der 89. Minute zum Ausgleich nutzte, geht es dagegen unabwendbar in die vierte Liga.
In Osnabrück schien der Aufstiegszug schon abgefahren zu sein, lag der heimische VfL doch bereits 0:2 gegen Kiel zurück. Aber die Niedersachsen bewiesen Moral und drehten innerhalb der letzten 15 Minuten die Partie zum 3:2-Endstand. Wie in diesem Spiel, so wollen es die Mannen von Trainer Claus-Peter Wollitz auch mit den Zweitliga- Ambitionen halten: Wir geben nicht auf, teilte Joe Enochs mit. Gleiches sollte für Kiel gelten, das durch die Niederlage wieder auf einen Abstiegsplatz rutschte.
Nachdem sich die Verantwortlichen in Dresden schon mit Drittliga-Fußball auch in der nächsten Saison abgefunden hatten, möchten sie sich nun nach dem Sieg gegen Emden an den letzten Strohhalm klammern. Solange es theoretisch noch möglich ist, werden wir den Aufstieg nicht aufgeben, meinte Trainer Norbert Meier.
Im Fernduell mit Holstein Kiel um den letzten Nichtabstiegsplatz wollte die zuvor vier Mal in Serie siegreiche Reserve von Borussia Dortmund Boden gutmachen. Dies gelang beim 1:1 gegen den 1. FC Union Berlin nur bedingt, doch schob sie sich an den Norddeutschen vorbei. Für die dritte Liga qualifiziert hat sich dagegen der SV Babelsberg durch ein 4:0 über Preußen Berlin. Zuvor hatten sich schon der VfL Wolfsburg II und der SC Verl in ihren Oberligen durchgesetzt.
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