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Real Madrid entlässt Queiroz - Camacho kommt | 2004-05-24


Madrid - Am Ende einer katastrophalen Saison hat Real Madrid seinen Trainer Carlos Queiroz entlassen und die Verpflichtung von Ex-Nationalcoach José Antonio Camacho angekündigt.

Der 48-Jährige werde beim spanischen Fußball-Rekordmeister einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnen, teilte Clubpräsident Florentino Pérez nach einer Krisensitzung des Vorstandes mit. Camacho, der in Portugal mit Benfica Lissabon gerade den Pokal gewann, habe bereits zugestimmt.

Eine Saison wie die jetzt zu Ende gegangene wollen wir bei Real nicht noch einmal erleben, sagte Pérez zwölf Stunden nach der 1:4-Schlappe der Königlichen im heimischen Bernabéu-Stadion gegen Real Sociedad San Sebastián. Dadurch waren die Galaktischen in der Abschlusstabelle der Primera División sogar auf Rang vier zurückgefallen. Damit müssen die als Titelfavoriten gestarteten Real-Asse im August die Qualifikation für die Champions League bestreiten und ihre lukrative Asien-/Amerika-Rundreise größtenteils absagen.

Camacho hatte 16 Jahre lang als eisenharter Verteidiger selbst das Real-Trikot getragen. 1998 unterschrieb er - als Nachfolger von Jupp Heynckes - schon einmal bei Real einen Trainervertrag. Wegen eines Streits mit dem damaligen Vorstand erklärte er jedoch nach nur 21 Tagen seinen Rücktritt und wurde wenig später Nationaltrainer. Nach der Weltmeisterschaft 2002 legte er sein Amt nieder, nachdem Spanien im Viertelfinale an Mit-Ausrichter Südkorea gescheitert war.

Im Gegensatz zu seinem reservierten Vorgänger Queiroz ist Camacho ein leidenschaftlicher und impulsiver Mann. Ihn hält es selten auf der Trainerbank. Heftig gestikulierend feuert er seine Spieler an. Die Zeitung El Mundo verglich ihn mit einem ausbrechenden Vulkan. Bei der WM wurde er durch seine durchgeschwitzten Hemden berühmt.

Queiroz scheiterte nach nur einem Jahr in Madrid. Der Portugiese war 2003 zusammen mit David Beckham von Manchester United, wo er Assistenztrainer war, nach Spanien gewechselt. Er ging in die Club-Annalen ein, weil er mit Real jetzt fünf Spiele in Folge verlor. Eine solche Negativ-Serie hat es in der 102-jährigen Vereinsgeschichte noch nie gegeben. Queiroz hat uns enttäuscht. Seine Verpflichtung war ein Fehler, gab Pérez zu und trat damit verbal nach.

Bei der 1:4-Pleite hatten 50 000 Zuschauer den Clubchef, den Coach und die gesamte Mannschaft gnadenlos ausgepfiffen. Für die Fans war besonders ärgerlich, dass Real bei einem Sieg wenigstens Vizemeister geworden wäre, weil der FC Barcelona seine Partie bei Real Saragossa unerwartet 1:2 verlor. Nun wurde Barça trotz der Niederlage Zweiter hinter dem FC Valencia, der bereits als Meister festgestanden hatte.

Die gute Nachricht ist, dass die Saison zu Ende und Real nicht abgestiegen ist, spottete das Sportblatt Marca. Kolumnist Julián Ruiz gab zu bedenken: Camacho allein kann die Probleme nicht lösen. Real bräuchte eine neue Mannschaft. Aber woher soll man das Geld nehmen?

Tränen flossen zum Saisonausklang in Vigo. Das dortige Team Celta stieg genau ein Jahr nach der erstmaligen Qualifikation für die Champions League ebenso in die 2. Liga ab wie Real Valladolid und Real Murcia. Vor drei Monaten hatten die Hafenstädter aus Vigo noch im Achtelfinale des europäischen Elite-Wettbewerbs gestanden.


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