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Brasilien kann nicht mehr siegen | 2004-04-01


Rio de Janeiro/Asunción - Fußball-Weltmeister Brasilien kann nicht mehr gewinnen. Im südamerikanischen WM-Qualifikations-Turnier schaffte die Selecao nur ein mageres 0:0 in Asunción gegen Paraguay.

Das war bereits das vierte Unentschieden unserer Nationalelf in Folge. Das ist sehr Besorgnis erregend, klagte der frühere Weltstar und heutige Fernseh-Kommentator Falcao.

Die Brasilianer teilen sich nun nach dem 5. von 18 Spieltagen den dritten Tabellenplatz mit Fußball-Aschenputtel Venezuela. Beide Teams haben mit 9 Punkten zwei Zähler weniger als Tabellenführer Argentinien (11). Paraguay (10) folgt auf Rang zwei. Das bisherige Schlusslicht Kolumbien (4) schaffte mit dem 2:0 (2:0) in Peru (5) seinen ersten Sieg. Chile (7) gewann 2:0 (1:0) in Bolivien (3).

50 000 Zuschauer im ausverkauften Stadion Defensores del Chaco in Asunción sahen ein schwaches Spiel. Zu allem Übel mussten sie kurz nach dem Anpfiff wegen des Totalausfalls der Beleuchtungsanlage eine 32-minütige Unterbrechung ertragen. Doch auch als das Licht wieder an war, tappten die Akteure spielerisch weiter im Dunkeln. Kaum ein Spielzug gelang. Bei Brasilien enttäuschte vor allem der so genannte 100-Millionen-Dollar-Sturm mit Ronaldo, Ronaldinho und Kaká. Das war alles andere als brillant, wir hatten keine einzige Torchance, meinte Brasiliens Star-Kommentator Galvao Bueno ernüchtert.

Auch die Bundesliga-Legionäre, die Brasilianer Lucio (Bayer 04 Leverkusen) und Ze Roberto (Bayern München) sowie Paraguays Roque Santa Cruz (Bayern München) blieben blass. Das war nicht gut. Uns hat Selbstvertrauen und Geduld gefehlt, räumte Brasiliens Coach Carlos Alberto Parreira hinterher ein.

Am nächsten Spieltag (2. Juni) kommt es für Brasilien nun zum Top-Duell mit dem Erzrivalen Argentinien. Die Gauchos eroberten die Tabellenführung dank des 1:0-Heimerfolges über Ecuador. Hernan Crespo (60.) schoss das Tor des Tages. Gegen Argentinien geht es um alles, stellte der brasilianische Real-Madrid-Star Roberto Carlos fest. Das Team der Stunde in Südamerika heißt Venezuela.

Die Kicker aus dem Land, in dem Fußball neben den Volkssportarten Baseball und Basketball kaum eine Rolle spielt, errangen einen sensationellen 3:0 (1:0)-Sieg beim zweimaligen Weltmeister Uruguay. Die Tore von Gabriel Urdaneta (18.), Héctor González (63.) und Juan Arango (80.) wurden sogar vom enttäuschten Heimpublikum bejubelt. Nun wollen wir uns zum ersten Mal für eine WM qualifizieren und in Deutschland dabei sein. Endlich haben wir das Fußballspielen gelernt. Keine Mannschaft ist heute stärker als unsere, jubelte Trainer Hernan Paez.

Das südamerikanische Qualifikations-Turnier erstreckt sich über fast zweieinhalb Jahren. Es wird in einer Gruppe von zehn Teams nach dem Motto Jeder gegen Jeden mit Hin- und Rückrunde ausgespielt. Die ersten Vier qualifizieren sich direkt für Deutschland, der Fünfte erhält eine Relegations-Chance gegen ein Team aus Ozeanien.


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