Madrid - Mit einem 2:1-Arbeitssieg beim Lokalrivalen Atlético hat Real Madrid seine Krise überwunden und die Titelchancen in der spanischen Fußball-Liga gewahrt.
Allerdings stand den Königlichen, die nach einem Platzverweis für ihren Innenverteidiger Francisco Pavón eine Halbzeit mit zehn Mann auskommen mussten, auch das Glück zur Seite. Dem Siegtreffer durch Iván Helguera in der 77. Minute ging ein Doppelfehler des Schiedsrichters voraus.
Der Unparteiische sah nicht, dass Reals Stürmer Raúl den Atlético-Torwart Sergio Aragoneses mit einem Rempler aus dem Gleichgewicht brachte. Und er bemerke auch nicht, dass der Schütze im Abseits stand. Dieser Sieg war genau das, was Real brauchte, titelte das Sportblatt Marca. Bei einem Punktverlust hätte der Rekordmeister sich nach dem Aus in der Champions League und dem Sturz von der Spitze der Primera División wohl vorzeitig aus dem Titelrennen verabschieden können.
Die Lokalrivalen lieferten sich vor 57 000 Zuschauern im Calderón- Stadion einen bedingungslosen Kampf, in dem kein Platz für spielerischen Glanz bleib und die Beine des Gegners nach Kräften malträtiert wurden. Die Spieler des Tages waren diesmal nicht Zidane oder Beckham, sondern Santiago Solari oder Helguera, die sonst im Schatten der Superstars stehen. Der Argentinier Solari, der ewige Reservist, nutzte nach vier Minuten einen Schnitzer des Atlético- Keepers zum 1:0. Helguera hielt als fünfter Verteidiger die zuletzt brüchige Abwehrkette zusammen und erzielte das Siegtor.
Atlético hatte durch Veljko Paunovic (47.) per Foulelfmeter ausgeglichen, konnte dann aber die zahlenmäßige Unterlegenheit Reals nicht nutzen. Reals Krise hatte doch ihre gute Seite, meinte das Sportblatt As. Die Galaktischen spielen wieder Fußball und haben die Köpfe nicht mehr bei Marketing-Strategien irgendwo in Japan.
Das Derby wurde überschattet von schweren Ausschreitungen, bei denen 28 Menschen verletzt wurden. Fans beider Clubs bewarfen sich vor Spielbeginn mit Flaschen und Steinen. Die Polizei setzte Gummigeschosse ein. Die Straßenkämpfe wurden ausgelöst, als Beamte mehrere Real-Anhänger verfolgten, die mit falschen Karten ins Stadion gelangen wollten. Die Hooligans flüchteten ausgerechnet dorthin, wo sich die radikalen Atlético-Fans trafen.
Dabei hatte das Lokalderby im Zeichen des Friedens stehen sollen. Mitglieder beider Clubs hatten vor dem Spiel in einer gemeinsamen Zeremonie der Opfer der Terrorattentate vom 11. März gedacht.
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