Leipzig - Der FC Augsburg ist in der Fußball-Regionalliga Süd die Mannschaft der Stunde. Die Schwaben gewannen das Spitzenspiel gegen den 1. FC Saarbrücken 3:0, sind damit in diesem Jahr weiter ungeschlagen und erklommen Rang drei.
Praktisch ein Aufstiegsplatz, da die führenden Amateure des FC Bayern München nicht aufstiegsberechtigt sind. Auch Augsburgs Fans glauben offenbar wieder an den Sprung in den bezahlten Fußball, denn mit gut 5000 Zuschauern gab es einen Saisonrekord im Rosenau-Stadion.
Für Saarbrücken bedeutet die Niederlage einen Rückschlag. Dennoch ist Trainer Eugen Hach optimistisch: Das Thema ist für uns keineswegs passé, aber wir reden momentan nicht darüber. Anstatt seine diesmal löchrige Abwehr zusammen zu stauchen, zeigte er Mitgefühl: Die taten mir regelrecht leid, wie die auf die Nüsse gekriegt haben. Auch Augsburgs Coach Armin Veh hatte Mitleid: Der Sieg war vielleicht um ein Tor zu hoch, geht nach niveauvollem Spiel für uns aber in Ordnung. Sein Team (42 Punkte) zog an Saarbrücken vorbei und hat jetzt zwei Zähler mehr als der Tabellenfünfte.
Während der Tabellenzweite SV Wehen nicht über ein 0:0 bei den VfB Stuttgart Amateuren hinaus kam und Rot-Weiß Erfurt durch eine 1:2-Niederlage beim SC Pfullendorf an Boden verlor, kam auch Spitzenreiter München beim Neuling 1. FC Eschborn nicht über ein 2:2 hinaus. Ich hab eigentlich geglaubt, dass wir unsere Führung über die Zeit retten können, aber am Ende mussten wir froh sein, wenigstens einen Punkt mitgenommen zu haben, sagte Bayern-Trainer Hermann Gerland. Dagegen war sein Eschborner Kollege Ali-Reza Marzban unzufrieden: Das Remis ist für uns absolut zu wenig, wir stecken ganz tief im Abstiegskampf. Versöhnlich stimme ihn nur, dass der Abwärtstrend der letzten Wochen gestoppt wurde.
Der abstiegbedrohte 1. SC Feucht gewann gegen die bislang beste Rückrundenmannschaft, die Amateure vom FSV Mainz 05, mit 2:1. Dieser Erfolg war enorm wichtig, kommentierte SC-Coach Roland Seitz den achten Heimsieg seiner Elf. Die Mannschaft hat heute alles gegeben. Ausschlag gebend war unsere Kopfballstärke in der Defensive. FSV-Trainer Collin Bell hingegen wollte wahnsinnig werden darüber, wie die Ergebnisse jede Woche laufen. Das 2:0 aus dem Nichts war praktisch der Todesstoß für uns.
Die Offenbacher Kickers feierten mit einem 5:2 über die Sportfreunde Siege ihren ersten Sieg in diesem Jahr. Das gibt uns Selbstvertrauen, freute sich Kickers-Coach Hans-Jürgen Boysen. Ob es ein Befreiungsschlag wird, muss sich aber erst noch zeigen. Rolf Bleck, Interimstrainer des Vorletzten, ärgerte sich sichtlich, entgegnete jedoch trotzig: Ich glaube noch an den Klassenerhalt. Der ist für den 1. FC Kaiserlautern kaum noch wahrscheinlich. Die Pfälzer gewannen zwar gegen die Stuttgarter Kickers mit 2:1, bleiben jedoch Tabellenschlusslicht.
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