Limassol - Gerhard Mayer-Vorfelder ist für vier weitere Jahre ins Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (UEFA) berufen worden. Der 71-Jährige erhielt auf dem Kongress in Limassol gleich im ersten Wahlgang die erforderliche absolute Mehrheit der 52 Nationalverbände.
Mit 45 Stimmen erzielte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) das drittbeste Ergebnis der neun Kandidaten für die acht vakanten Plätze. Das ist ein großer Vertrauensbeweis, sagte Mayer-Vorfelder, der vor vier Jahren mit 40 Stimmen erstmals in die UEFA-Exekutive gewählt worden war.
In seiner wohl letzten UEFA-Amtsperiode will sich Mayer-Vorfelder, der am 22. Oktober in Osnabrück als DFB-Chef zur Wiederwahl steht, weiterhin um Solidarität und Ausgleich bemühen. In der Exekutive des Weltverbandes FIFA ist er bis 2006 vertreten. Im Hinblick auf die WM 2006 ist es wichtig, dass der DFB in diesen Gremien sitzt, betonte Mayer-Vorfelder zum Abschluss des dreitägigen Funktionärs-Treffens auf Zypern, bei dem die Abgeordneten anlässlich des 50-jährigen UEFA-Bestehens in erster Linie eines im Sinn hatten: Sich selbst in pompösem Rahmen zu feiern und Harmonie zu demonstrieren.
So mutete es schon etwas befremdlich an, dass sich beim Festakt Männer verbrüderten und herzten, die sich vor Kurzem noch bis aufs Messer bekämpft hatten. UEFA-Präsident Lennart Johansson verlieh FIFA-Chef Joseph Blatter, den er vor nicht einmal zwei Jahren mit aller Macht und allen Mitteln stürzen wollte, gar den diamantenen Orden des Verbandes für seine Verdienste. Der Geehrte attestierte meinem lieben Freund Lennart, den mächtigsten Kontinentalverband mit viel Geschick zu leiten.
Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass es in der UEFA-Spitze in zwei Jahren zum großen Wachwechsel kommt. Dann endet die vierte Amtsperiode des seit 1990 an der Führung stehenden Johansson, der krankheitsbedingt längst nicht mehr so energisch und belastbar wirkt wie noch vor wenigen Jahren. Der 74-jährige Schwede sorgte zudem für die einzigen Misstöne in Zypern, als er beim Bankett die gebührende Neutralität ablegte und die Delegierten aufforderte, die bisherigen Amtsinhaber in der UEFA-Exekutive wiederzuwählen. Prompt scheiterte am Freitag der einzige wirkliche Neuling, Vlatko Markovic aus Kroatien, knapp gegen Johanssons norwegischen Freund Per Ravn Omdal.
Als Favorit für Johanssons Nachfolge gilt Michel Platini. Der ehemalige französische Superstar, vor zwei Jahren in die höchsten FIFA- und UEFA-Gremien gewählt, macht auch als Funktionär eine glänzende Figur. Und er sucht dabei immer wieder die Kooperation mit Mayer-Vorfelder. Gemeinsam hatten sie sich für die Versöhnung von FIFA und UEFA eingesetzt, zusammen machen sie nun gegen die Club-Vereinigung G14 Front.
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