Leipzig - Rot-Weiß Essen darf noch nicht feiern, kann aber den Champagner schon kaltstellen. Die Kicker aus dem Herzen des Ruhrpotts scheinen durch das 3:1 gegen Mitkonkurrent SC Paderborn in der Fußball-Regionalliga Nord für eine Vorentscheidung im Aufstiegsrennen gesorgt zu haben.
Nur Dynamo Dresden und der Wuppertaler SV können den Spitzenreiter noch gefährden. Die Sachsen siegten gegen die Amateure des 1. FC Köln mit 3:0, haben aber bereits sechs Punkte Rückstand auf Essen. Wuppertal gewann 4:0 gegen Sachsen Leipzig, liegt neun Punkte zurück, aber hat noch ein Nachholspiel gegen Borussia Dortmunds Amateure ausstehen.
In der gegenwärtigen Form ist Essen eine Klasse für sich. Im Spitzenspiel des 31. Spieltages ließen die Rot-Weißen keinen Zweifel an ihren Zweitliga-Ambitionen aufkommen und dominierten die Partie. Paderborn war mit Abstand der stärkste Gegner, der hier an der Hafenstraße aufgelaufen ist, zollte Trainer Jürgen Gelsdorf dem Kontrahenten dennoch Anerkennung. Für Paderborn ist der Aufstieg nach der Niederlage in die Ferne gerückt. Vier Punkte fehlen zum Tabellenzweiten. Unsere Ausgangsposition hat sich verschlechtert, aber so lange wir eine Chance sehen, geben wir nicht auf. Der Aufstieg ist noch nicht abgehakt, sagte Trainer Pawel Dotchew.
Die besseren Karten aber haben Wuppertal und vor allem Dynamo Dresden. Den Sachsen gelang gegen Köln die Revanche für das 0:2 im Hinspiel. Wir haben diesmal nicht den Fehler gemacht, euphorisch zu stürmen wie im Hinspiel, analysierte Trainer Christoph Franke, dessen Mannschaft bislang erst vier Niederlagen einstecken musste. Jeder hatte seine Aktie am Sieg. Alle haben gerackert, meinte Mittelfeldspieler Steffen Heidrich.
Ein gutes Gefühl verspürte Wuppertals Trainer Georg Kreß nach dem 4:0 gegen Leipzig. Wir haben keinen Zweifel aufkommen lassen, dass wir gewinnen wollten, und endlich wieder flüssig kombiniert, sagte Kreß. Die nach der Niederlage endgültig als Absteiger feststehenden Leipziger machten es dem Gastgeber jedoch auch leicht. Die Sachsen ließen erneut Regionalliga-Tauglichkeit vermissen und beendeten zudem die Partie wiederum in Unterzahl.
Preußen Münster hat dagegen den Befreiungsschlag geschafft. Buchstäblich in letzter Minute gewann die Mannschaft von Trainer Hans-Werner Moors gegen den Chemnitzer FC mit 1:0 und verließ damit die Abstiegsplätze. Auch die SG Wattenscheid vergrößerte den Abstand durch ein 3:0 gegen Absteiger VfR Neumünster. Die drei Punkte helfen uns im Moment, aber es sind noch neun zu vergeben, mahnte Trainer Hannes Bongarts. Besser sieht es für den FC St. Pauli aus. Fünf Punkte trennen die Hamburger nach dem 1:0 gegen Werder Bremens Amateure von der Abstiegszone. Doch auch am Millerntor herrscht Pessimismus: Das reicht noch nicht, wir müssen noch vier Punkte holen, meinte Torschütze Robert Palikuca.
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