Düsseldorf - Der FC Bayern München hat seine Titelambitionen in der Fußball-Bundesliga noch nicht aufgegeben und bläst vier Runden vor Saisonschluss zur Attacke auf Spitzenreiter Werder Bremen.
Ich habe lange genug zugeschaut, wie die wackeln. Jetzt muss man in diese Lücke stoßen, forderte Manager Uli Hoeneß in einem Interview mit der Münchner Abendzeitung. Die Rechnung des Rekordmeisters ist einfach: Mit 12 Punkten aus den restlichen Spielen die Hanseaten mächtig unter Druck setzen und darauf hoffen, dass der seit 21 Spielen unbesiegte SV Werder außer der Partie in München noch einmal patzt. Werder wird noch die Punkte verlieren, die wir brauchen, um Meister zu werden, sagte Mittelstürmer Roque Santa Cruz.
Der Tabellenführer von der Weser hat mit sechs Punkten auf die Bayern einen respektablen Vorsprung, steht am Wochenende im 80. Nordderby gegen den Hamburger SV aber wohl vor der schwierigeren Aufgabe als die Münchner beim 1. FC Köln, dessen Abstieg perfekt werden kann. Die Bayern glauben, dass wir nervös werden, aber das trifft nicht zu, meinte Werder-Kapitän Frank Baumann gelassen. Torjäger Ailton legte im Welt-Interview mächtig nach: Es ist das Gejaule des Schwächeren und Zweitplatzierten, dem mit sechs Punkten Rückstand nichts anderes bleibt als das schmutzige Geschäft der Stänkerei, sagte der Brasilianer.
Wesentlich moderater sind die Töne im spannenden Kampf um den Klassenverbleib. Da halten sich die Verantwortlichen nicht mit Verbalattacken auf, sondern verbreiten Zweckoptimismus und Durchhalteparolen. Schließlich ist im Abstiegslotto 2 aus 7 selbst der Tabellen-Elfte SC Freiburg (34 Punkte) bei vier Zählern Vorsprung auf Rang 16 noch nicht aus dem Schneider. Bestes Beispiel dafür ist die Situation im Vorjahr, als Arminia Bielefeld vier Runden vor Schluss mit fünf Punkten Vorsprung auf einen Abstiegsplatz am Ende doch den Weg in die Zweitklassigkeit antreten musste.
In den Duellen Freiburg - Hannover 96 (33) und Borussia Mönchengladbach (32) - 1. FC Kaiserslautern (31) stehen sich gleich vier unmittelbare Konkurrenten direkt gegenüber. Wir dürfen in Kaiserslautern auf keinen Fall verlieren, sagte der frühere FCK- Profi und heutige Gladbacher Jeff Strasser, der mit seinem Team in den vergangenen beiden Heimspielen nur einen Punkt einfahren konnte und nun wohl bis zum letzten Spieltag zittern muss. Die Pfälzer, die noch drei Mal zu Hause antreten können, setzen zwar auf ihre Heimstärke, haben aber auch eine große Verletztenliste. Wir brauchen noch sechs Punkte, sagte Clubchef Rene C. Jäggi.
Auch Eintracht Frankfurt (29/in Wolfsburg) und München 1860 (30/ gegen Bayer Leverkusen) benötigen dringend einen Erfolg, um den Anschluss an die rettenden Plätze zu schaffen. Dabei wird es für die Löwen mit dem neuen Trainer Gerald Vanenburg gegen die zuletzt mit sechs Siegen aus sieben Spielen aufstrebende Bayer-Elf nicht leicht. Wenn wir so weiterkämpfen und uns steigern, ist auch gegen Leverkusen was drin, meinte der Niederländer. Bayer-Coach Klaus Augenthaler bangt um den Einsatz seiner kompletten Abwehrreihe mit Lucio, Juan und Nowotny.
In den beiden Sonntagspielen wollen beim Aufeinandertreffern des VfB Stuttgart und VfL Bochum beide Teams ihre internationalen Ansprüche untermauern. Hertha BSC hofft im Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.
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