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La Coruna hofft nach Real-Sieg auf Europacup-Finale | 2004-05-03


La Coruna/Madrid - Wer mit seinem Reserveteam gegen Real Madrid gewinnt, hat keinen Gegner zu fürchten. Deportivo La Coruna geht siegesgewiss in das Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Porto.

Die Spanier haben nach ihrem 2:0-Sieg über Real keinen Zweifel daran, dass sie in ihrem kleinen Riazor-Stadion (35 000 Plätze) die Fahrkarten zum Endspiel am 26. Mai in Gelsenkirchen lösen werden.

Depor fürchtet nicht einmal die Auswärtsstärke des FC Porto. Die Portugiesen sind in der europäischen Eliteliga auf fremden Plätzen ungeschlagen. Genau darauf begründet Portos Trainer José Mourinho seine Hoffnungen. Das 0:0 im Hinspiel ist für uns ein gutes Ergebnis, konstatierte der Defensivkünstler und Konter-Experte.

Nun aber rückten die Galicier in die Favoritenrolle, seit sie das Starensemble von Real Madrid wie einen Sparringspartner behandelten. La Coruna empfing Ronaldo & Co mit einer B-Elf und gewann obendrein 2:0. Trainer Javier Irureta, ein Fan der Rotation, sieht dies allerdings anders: Bei uns gibt es keine Ersatzspieler. Mal läuft der eine auf, mal der andere - aber es spielt immer Deportivo.

Gegen Porto wird erstmals Spaniens König Juan Carlos in La Coruna als Ehrengast auf der Tribüne sitzen. Die Partie ist die wichtigste der Vereinsgeschichte, meint Clubchef Augusto Cesar Lendoiro. Es geht praktisch um Leben und Tod - in dem Sinne, dass der Verlierer auf der Strecke bleibt und keine zweite Chance bekommt.

Der 59-jährige Präsident gilt bei Depor als der Vater des Erfolgs. Als er 1988 sein Amt antrat, stand der Club aus der Provinz in der 2. Liga und kurz vor der Pleite. Lendoiro machte La Coruna, die Hafenstadt mit ihren 250 000 Einwohnern im Nordwesten Spaniens, zu einer festen Adresse im europäischen Spitzenfußball.

Dabei ist er ein Sonderfall unter den spanischen Clubchefs. Er stammt nicht wie seine Kollegen aus dem Kreis der Neureichen und Bau- Spekulanten. Lendoiro arbeitete früher als Rektor einer Schule. Er ist heute der einzige Vereinschef in Spanien, der von seinem Club ein Gehalt bezieht. Der FC Bayern wird nie vergessen, mit welchen Tricks Lendoiro den Münchnern im Endlos-Gerangel um den Stürmer Roy Makaay jeden Cent aus der Nase zog.

Wir sind in einer solchen Hochform, dass wir kaum verlieren können, meint La Corunas Stürmer Albert Luque. Aber die Galicier sollten gewarnt sein. Sie müssen auf zwei gesperrte Schlüsselfiguren verzichten, auf Innenverteidiger Jorge Andrade und ihren brasilianischen Kapitän Mauro Silva.

Der FC Porto hat auf der Gegenseite keine großen Stars in seiner Mannschaft. Aber der UEFA-Pokal-Sieger verfügt in Mourinho über einen Coach, dem in kürzester Zeit der Aufstieg zu einem der begehrtesten Trainer Europas gelang. Der 41-Jährige gewann soeben mit Porto die 20. Landesmeisterschaft und kann in knapp zwei Wochen im Finale gegen Benfica Lissabon auch den Pokal holen. Die Presse sieht Mourinho als künftigen Trainer des FC Chelsea.

Der FC Porto ist der einzige Club im Halbfinale, der den Europapokal schon einmal gewann. Dies war 1987 beim 2:1-Sieg im Finale gegen Bayern München.


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