Hannover - Nur noch ein Fußball-Wunder kann den dritten Abstieg von Eintracht Frankfurt aus der Bundesliga verhindern. Das Team von Trainer Willi Reimann verlor das Abstiegsduell bei Hannover 96 nach einer armseligen Leistung mit 0:3 (0:1) und hat zwei Runden vor Saisonende als Tabellenvorletzter den Anschluss an die mitgefährdeten Teams verpasst.
Für Hannover 96 rückt dagegen der Klassenverbleib immer näher. Ein Doppelpack von Thomas Brdaric (42./75.) und ein Treffer von Mohammadou Idrissou (89.) stellten am Samstag vor 25 000 Zuschauern den wichtigen fünften Heimsieg sicher.
Ich brauche Ihnen nichts vormachen. Das ist nur noch Theorie, sagte Reimann zum Thema Rettung in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Sein Kollege Ewald Lienen hatte vor dem Anpfiff von einem absoluten Endspiel gesprochen. Seine Mannschaft verstand die Ansprache und setzte von Beginn an die Frankfurter unter Druck. Für den wegen Erschöpfung pausierenden Kapitän Altin Lala rückte der Spanier Jaime in die Startformation. 96 zog ein sehenswertes Offensivspiel auf. Trotz drückender Überlegenheit sprang in der ersten Halbzeit aber nur ein Tor heraus, als Brdaric eine Flanke von Idrissou in Torjäger-Manier clever verwandelte.
Bei Eintracht Frankfurt stand nach fast einjähriger Pause Markus Pröll für den verletzten Oka Nikolov (Muskelfaserriss) im Tor. Trotz der fehlenden Spielpraxis war Pröll mit Abstand bester Akteur einer sehr defensiv ausgerichteten Mannschaft. Mit glänzenden Reaktionen gegen Jaime (13.) und Mathis (73./80.) verhinderte er ein Debakel. Zudem vergaben Brdaric trotz seiner Saisontore elf und zwölf sowie seine Mitspieler noch weitere klare Möglichkeiten in Hülle und Fülle.
Endlich hat mal die Mischung zwischen gesunder Aggressivität, Defensivverhalten und Spiel nach vorne gestimmt, kommentierte Lienen den klaren Sieg. Die harmlosen Hessen schossen erstmals durch Ervin Skela in der 38. Minute auf das gegnerische Tor. Ihre beste Chance hatte die Eintracht in einer kurzen Drangphase nach der Pause. Ein Kopfball von Chris wurde aber vom kampfstarken 96-Dauerrenner Julian de Guzman von der Linie geholt. Hannover ist energischer in die Zweikämpfe gegangen und war uns auch läuferisch überlegen, gab der Eintracht-Coach und frühere 96-Spieler Reimann zu.
Frustrierte Frankfurter Fans sorgten zehn Minuten vor dem Ende fast für einen Skandal. Sie überquerten die Absperrung und wollten auf den Rasen der AWD-Arena laufen. Das rigorose Auftreten der Polizei vereitelte das Vorhaben.
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