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Werder Bremen führte angeblich schwarze Kasse | 2004-05-15


Hamburg - Laut einem Bericht des Nachrichtenmagazins Der Spiegel hat der SV Werder Bremen unter seinem früheren Manager Willi Lemke über viele Jahre hinweg eine schwarze Kasse in Luxemburg geführt und diese offenbar auch bei Transfers ausländischer Spieler genutzt.

Das gehe aus einem internen Bericht der Steuerfahndung Bremen hervor, der sich auf eigene Angaben des Vereins bezieht. So sei beim Transfer des Torjägers Ailton vom mexikanischen Verein Universidad de Nuevo León 1998 an die Weser Schwarzgeld zum Einsatz gekommen. Damals forderte ein Personenkreis um einen gewissen, Pedro Bapp einen zusätzlichen Betrag von 180 000 Mark, schrieb Werder-Anwalt Burkard Plenge laut Der Spiegel den Finanzermittlern.

Der Preis sei dann auf 120 000 Mark heruntergehandelt worden, weil Bremen auf eine Quittung verzichtet habe. Der neue deutsche Fußball-Meister, so berichtet Der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe, verweigert zu diesem Geschäft ebenso wie Ailton jede Auskunft. In dem mexikanischen Verein will niemand einen Pedro Bapp kennen, und selbst Ailtons Verwandtschaft in Brasilien sagt der Name nichts, heißt es. Das Geld aus der Kasse stamme angeblich aus heimlichen Spenden; es sei von Werder erst im Tresor und später in einem Depot in Luxemburg aufbewahrt worden. Am 14. September 2001 habe der Werder-Vorstand Selbstanzeige erstattet und die Zinsen nachversteuert.

Deshalb ist der Bericht ein alter Hut. Es ist damals kein Steuerverfahren gegen uns eingeleitet worden. Außerdem ist der Fall abgeschlossen, sagten dazu übereinstimmend Werders Geschäftsführer Manfred Müller und Ex-Manager Willi Lemke auf dpa-Anfrage. Gegen beide seien auch vor zwei Jahren wegen der Selbstanzeige keine Ermittlungen geführt worden.

Laut Der Spiegel - unter Berufung auf die Steuerfahnder - wurde das Geld auch 1994 beim Kauf des russischen Nationalstürmers Wladmir Bestschastnich eingesetzt. Damals habe Werder sich mit Vertretern von Spartak Moskau geeinigt, neben der Transfersumme 700 000 Mark schwarz zu zahlen. Werder-Vertreter hätten zunächst einen Schuldschein ausgestellt, dann über Monate hinweg nach und nach Bares aus dem Versteck geholt und es einem russischen Geldboten gegeben. Später habe der Kurier den Schuldschein vor den Augen des damaligen Werder- Managers und heutigen Bremer Bildungssenators Willi Lemke zerrissen.


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