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96 feiert Ende der Chaos-Saison - Wolfsburg schwach | 2004-05-16


Hannover - Alle jubelten, nur Mohammadou Idrissou verstand nichts. Während seine Mannschaftskameraden von Hannover 96 glückselig feierten, sagte der Stürmer kurz nach dem Schlusspfiff: Wir müssen im letzten Spiel in Bochum kämpfen und einen Punkt holen.

Dass die Hannoveraner nach dem 0:0 gegen den VfL Wolfsburg dank der anderen Ergebnisse vorzeitig den Verbleib in der Fußball-Bundesliga geschafft und eine chaotische Saison erfolgreich abgeschlossen hatten, schien Idrissou nicht richtig begriffen zu haben.

Dabei hatten die Fans gegen Ende der Partie lautstark auf die Ereignisse beim TSV 1860 München reagiert, auch wenn die nicht offiziell verkündet wurden. Direkt nach der Partie schauten alle in der AWD-Arena auf die Leinwand und bejubelten das dort angezeigte Remis der Löwen gegen Hertha BSC - bis auf Idrissou. Der begriff erst mehrere Minuten später, dass seine Mannschaft auch in der kommenden Saison erstklassig spielt.

Vielleicht hätte der Stürmer aus Kamerun mit seinen Mitspielern reden oder ihnen zuschauen sollen. Die tanzten nach dem Schlusspfiff auf dem Rasen, liefen in die Fankurve und schwenkten ihre Trikots. Ich bin überglücklich, jetzt feiern zu können, sagte Verteidiger Christoph Dabrowski. Nach so einer Achterbahnsaison ist das eine Riesenerleichterung.

Hannover 96 war stark in die Saison gestartet, nach den Wirren um den abgetauchten Jan Simak ins Straucheln geraten und hatte schließlich auch den Trainer gewechselt. Ich bin sehr, sehr erleichtert, es schon eine Woche vor Saisonende geschafft zu haben, sagte Ewald Lienen, der Ralf Rangnick als Übungsleiter abgelöst und dem die glückliche Wende gelungen war.

Dass sein Team es geschafft hatte, merkte Lienen in der Endphase der Partie, weil das Publikum gejubelt hat. Süffisant meinte der 96-Trainer: Ich nehme nicht an, dass die über die Bremer Heimniederlage gejubelt haben. Er wollte eigentlich nichts von den Ergebnissen der anderen Mannschaften wissen, beteuerte der 96-Trainer.

Dass sich seine Mannschaft nach starkem Spielbeginn dem schwachen Niveau der Wolfsburger angepasst hatten, konnte den sonst eher mäkeligen Coach nicht stören. Wir hätten in der ersten Halbzeit Tore machen müssen, lautete sein schliches Fazit. Es war wohl die Angst vor Fehlern, die das Gastgeber-Team in einer am Ende ereignislosen Partie geradezu lähmte.

Für die blamable Vorstellung der Gäste gab es indes nur eine Erklärung. Es ist schwer sich zu motivieren, wenn es um nichts mehr geht, gab Pablo Thiam zu. Das Erreichen des neunten Platzes, der im Falle des Bremer Pokalsieges einen Platz im lukrativen, aber sportlich unbedeutenden Ligapokals vor der kommenden Saison sichert, ist jetzt das offizielle Ziel des VfL.


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