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Die Notizen vom 34. Spieltag | 2004-05-23


SUPERLATIVE: Für den VfL Bochum ging mit dem 3:1 über Hannover eine Saison der Superlative zu Ende. 56 Punkte verbuchte der Revierclub - so viel wie nie zuvor in seiner Bundesliga-Geschichte. Damit nicht genug: Mit 10 Partien ohne Niederlage und 13 Heimspielen ohne Gegentor wurden ebenfalls Rekorde aufgestellt.

DENKMAL: Beim Hamburger SV hat ein Idol Abschied genommen. Der in ganz Deutschland beliebte Hermann Rieger hat sich nach 26 Jahren Dienst an der Muskulatur der HSV-Spieler selbst in den Ruhestand in seinen bayerischen Heimatort Mittenwald versetzt. Rieger ist der einzige Masseur der Bundesliga mit einem eigenen Fanclub (Hermanns treue Riege). Nach seinem letzten Arbeitstag beim Spiel des HSV gegen Eintracht Frankfurt heulte der 62-jährige hemmungslos. Das tut richtig weh, gestand er.

ENTSPANNT: Ewald Lienen kann doch verlieren. Anders als nach den meisten bisherigen Niederlagen gab sich der Trainer von Hannover 96 im Anschluss an das 1:3 in Bochum erstaunlich entspannt. Eine Woche nach dem Happy End im Abstiegskampf fand er sogar lobende Worte für seine Profis: Obwohl es für uns um nicht mehr viel ging, haben wir ein anständiges Spiel abgeliefert und 90 Minuten alles gegeben.

HISTORIE: Besser kann man sich nicht verabschieden und in Erinnerung bleiben. Nach fünf Jahren bei Borussia war es ausgerechnet dem zu Eintracht Frankfurt wechselnden Mittelstürmer Arie van Lent vorbehalten, das letzte Bundesligator am Bökelberg zu erzielen. Was soll ich sagen. Davon habe ich die ganze Zeit geträumt, meinte der Torjäger, der in fünf Spielzeiten vier Mal Gladbachs bester Torschütze war und zukünftig in der zweiten Liga auf Torejagd geht. Damit bleiben das erste Bundesligator im August 1965 und das letzte am vergangenen Samstag fest in Gladbacher Hand. Das Tor-Debüt am Bökelberg feierte der heutige Schalke-Trainer Jupp Heynckes.

FAHRRADTOUR: Bayer Leverkusens schwergewichtiger Geschäftsführer Reiner Calmund will Wort halten. Nachdem sein Club als Bundesliga-Dritter die Qualifikation zur Champions League geschafft hat, wird er in der kommenden Saison zu einem Heimspiel des in die 2. Bundesliga abgestiegenen Fußball-Nachbarn 1. FC Köln radeln. Ich werde in der nächsten Woche mit dem Training beginnen, versprach Calmund.

GREENKEEPER: Auf den Platzwart Dieter Prahl von Bayer Leverkusen wartet nach Bundesliga-Abschluss noch eine weitere große Aufgabe. Der 55-Jährige fliegt am 29. Mai nach Faro an die portugiesische Algarve, wo er während der Europameisterschafts-Endrunde als Greenkeeper die zwei Trainingsplätze der deutschen Nationalmannschaft pflegen wird. Prahl hatte schon vor vier Jahren bei der EM in den Niederlanden und Belgien diese Aufgabe übernommen.

SCHATTENMANN: Nach sechs Jahren ist auch für Michael Henke beim FC Bayern vorzeitig Schluss. Der Co-Trainer muss mit Chefcoach Ottmar Hitzfeld den Rekordmeister verlassen. Der 47-Jährige ist nicht erst in München der Schattenmann des erfolgreichsten deutschen Trainers gewesen. Zuvor waren beide gemeinsam bei Borussia Dortmund tätig. Nach 13 Jahren könnten sich die Wege nun trennen. Es ist sicherlich reizvoll, auch mal als erster Mann zu arbeiten, sagte Henke. Einmal war er schon Cheftrainer, 1988 beim FC Gütersloh.

ABSCHIED: Tränen gab es bei Herthas Torhüter Gabor Kiraly, der nach sieben Jahren und 198 Bundesliga-Spielen Berlin Richtung England verlässt. Der 28-jährige Ungar hatte zuletzt seinen Stammplatz an Christian Fiedler verloren. Ich schließe jetzt eine Tür, auf der wird für immer Hertha BSC stehen, sagte Kiraly. Nach 34 Jahren im Verein macht auch Physiotherapeut Peter Bentin Schluss beim Hauptstadt-Club.

WIEDERSEHENSFREUDE: Sie waren noch nicht weg und dachten bereits an die Rückkehr. Sowohl der Neu-Bremer Miroslav Klose als auch die beiden zukünftigen Bochumer Vratislav Lokvenc und Aleksander Knavs schlossen nicht aus, irgendwann wieder im Trikot des 1. FC Kaiserslautern aufzulaufen. Klose habe es ihm versprochen, meinte der Vorstandsvorsitzende René C. Jäggi. Lokvenc, der mit seinem Tor zum 1:1 gegen Borussia Dortmund auch seinem neuen Verein VfL Bochum den Einzug in den UEFA-Pokal ermöglichte, dachte bereits an die Zeit nach den anstehenden drei Jahren beim VfL. Im Fußball ist alles möglich, sagte er und grinste schelmisch.

GESTE: Zu den bei Hansa Rostock verabschiedeten Spielern gehörte auch Daniel Klewer. Der Torhüter, der nach 21 Jahren im Verein zum Bundesliga-Aufsteiger 1. FC Nürnberg wechselt, durfte sich noch über einen fünfminütigen Kurzeinsatz freuen. Der Himmel hat geweint, als ich ins Spiel durfte, meinte der 27 Jahre alte Schlussmann nach seinem zehnten Bundesliga-Einsatz gerührt.


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