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DFB-Pokal: Schaaf will etwas Einmaliges | 2004-05-28


Berlin - Die Vorbereitung war reichlich verkorkst. Doch nach zwei peinlichen Punktspiel-Pleiten und dem Prämienstreit will Werder Bremens Meister-Trainer Thomas Schaaf mit einem Sieg im Pokalfinale gegen Fußball-Zweitligist Alemannia Aachen das Double feiern.

Wir können etwas erreichen, was es bei Werder noch nie gegeben hat, lautet die Motivation von Schaaf. Allerdings sind die Aachener wild entschlossen, sich nach dem verpassten Aufstieg in Berlin den Frust von der Seele zu schießen und erneut den Favoritenschreck zu spielen.

Kapitän Frank Baumann betonte in Berlin, das Thema Prämien sei abgehakt: Wir konzentrieren uns absolut auf das Pokalspiel. Wenn man auf dem Platz steht, verschwendet man keinen Gedanken an Prämienzahlungen. Sportdirektor Klaus Allofs gewann dem Zwist sogar etwas Positives ab: Die zusätzliche Aggressivität kann nicht schaden.

Die haben im Pokal fabelhafte Leistungen gezeigt, warnte Schaaf vor dem Außenseiter und verwies auf die Aachener Erfolge gegen Bayern München und Borussia Mönchengladbach. Das müsse im Kopf bleiben, warnte der Coach seine Spieler, nicht das Scheitern der Alemannia im Kampf um den Bundesliga-Aufstieg.

Bei mir steckt die Enttäuschung noch drin. Wir hatten eine einmalige Chance. Ich hoffe, wir können in Berlin unseren Rücken wieder gerade machen, kündigte Aachens niederländischer Angreifer Erik Meijer eine Trotzreaktion an. Trainer Jörg Berger hatte in einem Trainingslager am Niederrhein versucht, neue Motivation zu wecken. Die Stimmung hat sich merklich verändert. Wir haben vielleicht, ein, zwei Tage Trauer herum geschleppt, sagte Berger.

Wir sind Außenseiter, aber in Berlin können wir ganz anders auftreten als beim 0:1 in Karlsruhe, betonte Berger. Der 59-Jährige will Entgangenem nicht nachtrauern, sondern nur nach vorn schauen und so positiv auftreten, dass wir das Unmögliche schaffen. Für den scheidenden Kapitän Karlheinz Pflipsen, dessen Vertrag am Tivoli nicht verlängert wird, soll das Finale zum grandiosen Lebewohl werden: Ich freue mich auf dieses Endspiel, das insgesamt dritte meiner Laufbahn. Vielleicht ist es sogar mein letztes, deshalb freue ich mich ganz besonders darauf. Für das Finale haben die Aachener extra neue Trikots erhalten: in schwarz mit gelben Nadelstreifen.

Schaaf fordert von seinen Spielern wieder die Konzentration, die das Team zuletzt bei den Bundesliga-Niederlagen gegen Bayer Leverkusen und Hansa Rostock vermissen ließ. Nach dem Spiel in München ist so viel auf uns zugekommen, das mussten wir erst verarbeiten. Es hat etwas stattgefunden, was es in Bremen noch nie gegeben hat, beschrieb er die Feiern, die bei einem Erfolg in Berlin noch einmal übertroffen werden könnten. Mindestens 10 000 Menschen werden bei der Live-Übertragung auf dem Domshof erwartet, mindestens drei Mal so viele vor dem Rathaus, wenn es im Fall des Pokalsieges einen erneuten Senatsempfang gibt.

Schaaf ist davon überzeugt, dass sein Team nach zwei bedeutungslosen Partien mit Testspiel-Charakter problemlos wieder umschalten kann. Wenn es drauf ankam, war die Mannschaft immer voll da, betonte der Werder-Coach, der noch um Mladen Krstajic bangt, der ebenso wie Torschützenkönig Ailton vor dem Wechsel zu Schalke 04 sein letztes Spiel für Werder bestreiten soll. Optimistisch äußerte er sich dagegen über einen Einsatz von Abwehrspieler Valerien Ismael.


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