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Frankfurterinnen wollen sechsten Pokal-Triumph | 2004-05-28


Berlin - Vor der eigenen Haustür im Berliner Olympiastadion plant der Bundesliga-Zweite 1. FFC Turbine Potsdam den großen Coup gegen Frankfurt.

Beim Gipfeltreffen der derzeit besten Frauen-Teams wollen die Potsdamerinnen im Finale des DFB-Pokals die fünfjährige Siegesserie des bisher übermächtigen Erstliga-Spitzenreiters 1. FFC Frankfurt beenden.

Unsere Mannschaft war nie stärker als jetzt. Wir sind reif für den Pokal, sagte Conny Pohlers, eine von vier Weltmeisterinnen im Turbine-Team. Wir können endlich widerlegen, dass wir ewiger Zweiter sind. Es wird Zeit, dass endlich mal jemand anderes den Pott in den Händen hält, meinte Ariane Hingst.

Im Lager der finalerprobten FFC-Titelsammlerinnen wurde die Kampfansage aus dem Lager des Gegners mit Gelassenheit zur Kenntnis genommen. Auf das Spiel haben wir alle gewartet. Wir sind hoch motiviert, erklärte Trainerin Monika Staab, die mit ihrem Team die von Manager Siegfried Dietrich ausgemachte historische Chance zum sechsten Pokalsieg nacheinander nutzen will.

Für Potsdams Trainer und Macher Bernd Schröder ist es das Spiel des Jahres. Der ehemalige DDR-Meister will sich endlich vom Makel befreien, keinen Titel im vereinten Deutschland gewinnen zu können. In der Bundesliga liegt Turbine bei zwei Spielen weniger sieben Punkte hinter dem viermaligen Meister Frankfurt. Am 13. Juni kommt es zum entscheidenden Duell in Frankfurt - und wieder könnte es wie schon drei Mal zuvor nur zur Vize-Meisterschaft reichen. Im Pokal nahm Turbine fünf vergebliche Anläufe, ehe mit einem 3:0 in Brauweiler die erste Finalteilnahme fest stand.

Wie seine Spielerinnen setzt Schröder auf den Heimvorteil. Das ist ein Tanz im eigenen Haus. Die meisten werden uns die Daumen drücken. Der Turbine-Manager kann sein Team in Bestbesetzung aufs Feld schicken. Wir wollen uns als Mannschaft präsentieren. Das ist das Wichtigste, erklärte Schröder. Beim Cup-Verteidiger ist Steffi Jones nach ihrer Kreuzbandverletzung auf dem Weg der Besserung, Renate Lingor ist noch nicht hundertprozentig fit und wird zunächst auf der Bank sitzen.

Frankfurts Trainerin und Club-Chefin Monika Staab will von einer Favoritenrolle nichts wissen. Die Chancen stehen 50:50, sagte Staab und setzt in den nächsten 18 Tagen auf die Konzentrationsstärke ihres Teams. Der Pokalsieg soll den Weg zum Triple ebnen. Am 5. Juni geht es gegen Umea IK um den UEFA-Pokal. Der FFC muss einen 0:3-Rückstand wettmachen. Eine Woche später könnte mit dem Gewinn der fünften deutschen Meisterschaft die Krönung folgen.

Für beide Clubs ist der Finaltag auch Zahltag. 60 000 Euro kassieren Potsdam und Frankfurt als Antrittsgeld, zudem haben Schröder und sein findiger Frankfurter Kollege zusätzliche Sponsoren geworben. Beide Vereine rechnen mit Einnahmen von deutlich mehr als 100 000 Euro. Viel Geld im Frauenfußball, doch kein Vergleich mit den Männern. So winken Bremen und Aachen Antrittsgelder von 1,7 Millionen Euro. Darüber müssen wir reden. Das entspricht nach dem WM-Gewinn und unseren Erfolgen nicht mehr der Realität, sagte Dietrich.


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