München - Ottmar Hitzfeld wäre nach Ansicht von Franz Beckenbauer als Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft keine Bestbesetzung: Ottmar ist der ideale Bundestrainer. Aber nicht unbedingt in Deutschland.
Der zum Saisonende entlassene Chefcoach des FC Bayern München war zuletzt als potenzieller Nachfolger von DFB-Teamchef Rudi Völler gehandelt worden. Für uns gibt es keinen besseren als Rudi Völler, sagte Beckenbauer in einem Interview der Berliner Zeitung Der Tagesspiegel.
Der Aufsichtsratschef des Rekordmeisters, der im Vormonat maßgeblich an der Demission Hitzfelds in München beteiligt gewesen war, übte indirekt erneut Kritik an dem erfolgreichsten deutschen Vereinscoach: Du musst als Trainer ein Unterhalter sein, Medienprofi. Da bist du kein Mensch mehr. Da hast du keine Zeit, sagte Beckenbauer. Hitzfeld war von den Vereinsspitze vorgeworfen worden, nicht streng genug mit den Bayern-Profis umgegangen zu sein.
Für die Europameisterschaft in Portugal erneuerte der Kaiser seine Prognose, dass der deutschen Mannschaft trotz der nicht immer guten Leistungen in der Vorbereitung in Portugal einiges zuzutrauen sei. Wenn wir die Vorrunde überstehen, können wir ins Endspiel kommen, sagte der ehemalige Teamchef. Allerdings sei die Qualität bescheiden: Wir werden nicht erdrückt vor Spielwitz. Dafür sei das Spiel anders, einfach, schnell.
In der Diskussion um die angeblich vor dem Absprung vom FC Bayern stehenden Michael Ballack und Oliver Kahn hielt sich Beckenbauer mit Äußerungen zurück. Lediglich von Mittelfeldspieler Ballack hoffe er, dass er in München bleibt. Ballack wird eine Offerte des FC Barcelona nachgesagt. Torwart Kahn hatte zuletzt selbst Abschiedsgedanken geäußert. Kahn hat einige Fehler gemacht. Das fällt auf, weil er sonst nie Fehler macht, sagte Beckenbauer.
Zudem gab der Kaiser einen kleinen Einblick in sein Privatleben. Das meiste Geld gebe er zur Zeit für Kosmetikprodukte aus, vor allem für Gesichtscreme. Inzwischen überlege ich, die Creme in einen Safe einzuschließen. Die ist ja teurer als Schmuck, sagte er. Der 58-Jährige entlarvte sich auch als Politikmuffel. Trotz gelegentlicher Treffen mit Bundesinnenminister Otto Schily in seiner Funktion als Chef des Organisationskomitees für die WM 2006 musste er an den Termin für die Europawahl am 13. Juni erinnert werden.
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