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Dynamo meldet sich zurück | 2004-06-06


Dresden - Dynamo Dresden spielt erstmals in der 2. Fußball-Bundesliga. Ausgerechnet an der Stätte der schlimmsten Schlappe in der Vereins-Geschichte machten die Sachsen die Rückkehr in den bezahlten Fußball perfekt.

Der sportliche Niedergang hatte 1995 stattgefunden. Mit dem Abstieg aus der Bundesliga und dem Lizenzentzug ging es ohne Zwischenstopp ins Amateur-Lager. Jetzt geht es wieder bergauf. Zwar verloren die Dresdner 18 Jahre nach dem dramatischen 3:7 im Europapokal erneut beim KFC Uerdingen mit 0:1, doch die Konkurrenz spielte für die Gelb-Schwarzen. 12 000 mitgereiste Anhänger feierten in der Krefelder Grotenburg mit den Spielern, 1000 erwarteten sie am Abend auf dem Dresdner Flughafen. Am 6. Juni schließlich zog die offizielle Aufstiegsparty auf dem Altmarkt der sächsischen Hauptstadt erneut mehr als 10 000 Fans an.

Als der achtmalige DDR-Meister 1995 fast von der Fußball-Landkarte verschwand, schien das Schicksal besiegelt zu sein. Dass Dynamo Dresden in den bezahlten Fußball gehört, war und ist für viele selbstverständlich. Doch der Zeitpunkt des Aufstieges ist überraschend. Noch vor zwei Jahren kickten die Sachsen in der Viertklassigkeit. Trainer Christoph Franke, der 2001 aus Chemnitz an die Elbe wechselte, baute ein Team aus Routiniers und hungrigen jungen Spielern auf, das sich nicht mit dem Regionalliga-Aufstieg zufrieden gab. Nach nur zwei Spielzeiten in der Regionalliga geht es nun eine weitere Stufe empor und nicht wenige glauben, dass auch die Liga nur eine Zwischenstation ist.

In Dresden hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Bei Dynamo wird wirtschaftlicher gearbeitet, ohne jedoch aller finanzieller Sorgen ledig zu sein. In diesem Spieljahr hielt man sich nur dank der Einnahmen aus der ersten DFB-Pokal-Runde gegen den Hamburger SV (0:1) über Wasser. Franke baut auf bodenständige, bezahlbare Kicker wie Karsten Oswald und Christian Hauser (beide Bayern München/A.), Jan Seifert (Unterhaching) sowie Marco Christ (Feucht), Joshua Kennedy (1. FC Köln/A.) und den Bulgaren Swilen Stoilow, die in der 2. Bundesliga den Dynamo-Dress überziehen werden. Auch ein hauptamtlicher Manager steht nicht auf der Gehaltsliste.

Mit 6,122 Millionen Euro plant Dynamo seine erste Saison im Fußball-Unterhaus. 9000 Zuschauer sollen im Schnitt die Tore des maroden Rudolf-Harbig-Stadions passieren, das in den nächsten Wochen für rund 650 000 Euro zweitligatauglich gemacht werden muss. Acht Testspiele will Franke bis zum Saisonauftakt am ersten August- Wochenende absolvieren, um die neue Stammformation zu testen. Vor allem die bisherigen Leistungsträger Maik Wagefeld (1. FC Nürnberg) und Ranisav Jovanovic (FSV Mainz) müssen ersetzt werden.


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