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Abstieg nicht definitiv: Schweinfurt plagen Probleme | 2004-06-07


Leipzig - Sportlich gerettet, aber wirtschaftlich auf der Kippe: Die Absteiger in der Fußball-Regionalliga Süd stehen nach dem letzten Spieltag noch nicht definitiv fest. Der 1. FC Schweinfurt 05 sicherte sich mit Platz 15 zwar den sportlichen Verbleib in der dritten Liga.

Die finanziellen Auflagen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) drücken den Traditionsverein aber schwer, der bis zum 9. Juni eine Bürgschaft von 450 000 Euro fordert. Zu diesem Termin müssen alle Regionalligisten ihre bearbeiteten Unterlagen zur Lizenzerteilung abgeben. Falls Schweinfurt die DFB-Auflagen nicht erfüllt, droht der Zwangsabstieg.

Gesunken sind die Zuschauerzahlen im Vergleich zur vergangenen Saison. Im Durchschnitt kamen 2192 Besucher pro Partie und damit rund 300 weniger als in der Spielzeit 2002/2003. Wir haben gegenüber der Nordstaffel weniger Traditionsvereine, erklärt Hans Scheuerer, Geschäftsführer des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV). Zudem verweist er auf die Amateur-Mannschaften der Profivereine. In der Zuschauer-Rangliste stehen auf den letzten drei Plätzen nur Lizenz- Teams. Wir müssen aufpassen, dass die Zahl der Amateur-Mannschaften nicht ins Uferlose wächst, betont Scheuerer angesichts der Tatsache, dass auch in der nächsten Saison mindestens vier Bundesliga-Reserven in der Regionalliga Süd aktiv sein werden.

Für Engelbert Nelle, DFB-Vizepräsident, sind die 2. Mannschaften der Bundesligisten eine enorme spielerische Bereicherung. Doch zugleich legt er seinen Blick auf das Imageproblem, mit dem die dritte Liga nach wie vor behaftet ist. Wir werden nicht in der Lage sein, die Beträge aus den Fernsehtöpfen zu erhöhen, bekräftigt Nelle. Lediglich 375 000 Euro stehen den Regionalligisten aus Fernseheinnahmen zu Verfügung.

In der 2. Bundesliga erhöht sich die Summe auf rund 2,8 Millionen Euro. Mit diesem Geld können die Aufsteiger Rot-Weiß Erfurt und 1. FC Saarbrücken planen. Die Thüringer stocken ihren Etat auf 5,3 Millionen Euro auf. Die Saarländer greifen noch deutlich tiefer ins Säckel. Mit rund acht Millionen Euro will der Traditionsverein die 2. Liga stemmen. In der Regionalliga musste die Mannschaft von Trainer Horst Ehrmantraut mit 4,2 Millionen Euro auskommen.

Ganz andere Sorgen plagen hingegen den 1. FC Schweinfurt 05. Mit dem Geld von Präsident Gerhard Hertlein wollten die Franken die Lizenz für die 3. Liga sichern. Der DFB untersagte es jedoch. Hertlein will nun ein thailändisches Medienunternehmen als Sponsor gewinnen, das mit über einer Million Euro in Vorleistung gehen soll. Die Chancen stehen 50:50, dass es klappt, erklärte FCS- Vizepräsident Jochen Haberle. Falls das Geschäft platzen sollte, droht Schweinfurt jedoch die Insolvenz. Den Club drücken über eine Million Euro Schulden.

Vom Schweinfurter Aus würden die Sportfreunde Siegen profitieren, die neben dem 1. FC Eschborn und den Amateuren des 1. FC Kaiserslautern als sportliche Absteiger feststehen.

Ganz oben in der Tabelle standen die nicht aufstiegsberechtigten Amateure des FC Bayern München. Der Staffelsieger stellte mit José Paolo Gonzales Guerrero und Zvjezdan Misimovic die treffsichersten Stürmer. Beide erzielten 21 Mal Tore. Insgesamt fielen 898 Treffer. Das entspricht einem Durchschnitt von knapp drei Treffern pro Partie. Die Schiedsrichter sprachen 998 Verwarnungen aus. Zudem gab es 66 Platzverweise (39 Gelb-Rote und 27 Rote Karten).


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