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Nürnberg feiert Pokalsieg: 3:2-Sieg über Stuttgart | 2007-05-26


Berlin - Dank Kunstschütze Jan Kristiansen hat der 1. FC Nürnberg seinen ersten Pokal-Triumph seit 45 Jahren perfekt gemacht und zugleich das erste Double des VfB Stuttgart verhindert.

Durch den Sonntagsschuss des Dänen in der 109. Minute musste sich der favorisierte VfB eine Woche nach dem Gewinn der deutschen Meisterschaft im 64. DFB-Pokalfinale mit am Ende nur noch zehn Spielern und nach großem Kampf dem Club nach Verlängerung 2:3 (2:2, 1:1) geschlagen geben. Der Außenseiter holte den begehrten Pott nach 1935, 1939 und 1962 zum vierten Mal an die Noris. Und Hans Meyer ist damit der erste Trainer aus der ehemaligen DDR, der einen gesamtdeutschen Titel errungen hat.

Vor 74 220 Zuschauern in dem seit Wochen ausverkauften Berliner Olympiastadion erzielten in der regulären Spielzeit Marek Mintal (27. Minute) und Marco Engelhardt (47.) die Tore für den bereits zuvor für den UEFA-Cup und nun auch für den Ligapokal qualifizierten Club. Für den VfB trafen Cacau (20.), der elf Minuten später nach einer Tätlichkeit die Rote Karte sah, und Pavel Pardo (80./Foulelfmeter).

Nach einem tollen Spiel von beiden Seiten haben wir am Ende verdient gewonnen. Ich bin sehr glücklich über diesen Sieg, meinte Matchwinner Kristiansen lächelnd. FCN-Präsident Michael A. Roth stand glückstrahlend daneben und sagte: Das ist einmalig, so etwas habe ich noch nie erlebt. Stuttgarts scheidender Keeper Timo Hildebrand urteilte: Wir haben mit zehn Mann alles in die Waagschale geworfen, da kann man sich nicht viel vorwerfen. Und Rotsünder Cacau, der seinem Team mit seiner Unsportlichkeit einen Bärendienst erwiesen hatte, sagte frustriert: Es tut mir sehr Leid für die Mannschaft, wir hätten zu elft sicher gute Chancen gehabt, zu gewinnen.

Die Nürnberger mussten den Saison-Höhepunkt wie erwartet ohne ihren Torjäger Robert Vittek bestreiten, für den das Finale nach längerer Verletzungspause zu früh kam. Trainer Hans Meyer vertraute wieder auf das Sturmduo Markus Schroth/Iwan Saenko sowie Marke Mintal dahinter. Zudem musste Abwehrchef Glauber (Oberschenkelblessur) kurzfristig passen, für ihn kam Marek Nikl in die Start-Elf. Dessen ungeachtet begann der FCN, der in der Bundesliga als einziger Club gegen den Meister beide Spiele (3:0/4:1) gewinnen konnte, forsch gegen den VfB und hatte durch Mintal (6.) auch die erste Chance.

Allmählich aber kamen die Schwaben besser in Schwung. Als Nikl bei einem Zweikampf im Strafraum Sami Khediras Knie traf (11.), forderten sie einen Strafstoß, doch Schiedsrichter Michael Weiner (Giesen) ließ weiterspielen. Der überraschenden VfB-Führung ging dann ein Fehler von Andreas Wolf voraus - Khedira leitete den Ball per Kopf auf Cacau weiter und der Torjäger ließ seinem künftigen Teamkollegen Raphael Schäfer keine Abwehrchance. Der Club ließ sich davon aber nicht beeindrucken und war prompt wieder im Spiel, als Mintal nach Dominik Reinhardts Maßflanke einen schnellen Angriff mit dem 1:1 abschloss.

Die Stuttgarter reagierten darauf mit Härte: Der Ex-Nürnberger Cacau schlug Wolf mit der Faust an die Brust und sah Rot (30.). Zwei Minuten später hatte VfB-Kapitän Fernando Meira großes Glück, dass er nach einem brutalen Foul an Mintal nicht ebenfalls vorzeitig unter die Dusche musste. Der gefoulte Slowake der nach langer Leidenszeit gerade erst sein Comeback gefeiert hatte, musste gegen Jan Polak ausgetauscht und mit Verdacht auf eine Knieverletzung ins Krankenhaus gebracht werden. Trotzdem hätte Kristiansen mit dem Pausenpfiff fast noch das 2:1 erzielt, doch Timo Hildebrand rettete soeben noch.

Nach Wiederanpfiff wollte VfB-Coach Armin Veh mit der Hereinnahme seines wie in den Vorwochen als Joker auf der Bank schmorenden Jung- Nationalspielers Mario Gomez die durch den Platzverweis durchhängende Offensive verstärken. Doch wieder begann der Außenseiter besser - und diesmal saß nach Pinolas Eckball gleich die erste Chance durch Engelhardts Kopfball. Trotz der Überzahl ließ der Club den VfB nun kommen und tat selbst zu wenig für den Angriff. Das wurde bestraft: Als Schlussmann Schäfer dann unnötig Gomez foulte, nutzte Pardo den fälligen Strafstoß sicher und rettete den VfB in die Verlängerung.


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